Dienstwagenaffäre

Polizeichef von Wilhelmshaven suspendiert

Hannover - Ein weiterer hochrangiger Polizist in Niedersachsen ist vorerst seinen Posten los. Der Leiter der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland, Hans-Henning von Dincklage, wurde suspendiert.

Es werde geprüft, ob der Leitende Polizeidirektor einen Dienstwagen und Fahrer der Inspektion für private Fahrten benutzt hat, sagte am Dienstag eine Sprecherin der übergeordneten Polizeidirektion Oldenburg. Erst in der vergangenen Woche hatte Innenminister Boris Pistorius angekündigt, dass die drei Polizeipräsidenten von Hannover, Oldenburg und Osnabrück ihre Stellen verlieren. Dem Vorschlag des SPD-Politikers hat das Landeskabinett gestern zugestimmt. Ihnen werden jedoch keine konkreten Verfehlungen vorgeworfen - die politischen Beamten werden nach dem Regierungswechsel aus politischen Gründen abgesetzt.

Anders liegt der Fall des Leiters der Polizeiinspektion in Wilhelmshaven. Dincklage hat sich angeblich mehrfach von einem Fahrer in einem Dienstwagen von Wilhelmshaven zu seiner privaten Wohnung in Oldenburg bringen lassen. „Gegen den Beamten werden wegen des Verdachts eines Dienstvergehens im Zusammenhang mit der missbräuchlichen Benutzung von Dienstkraftwagen diszi-plinarrechtliche Ermittlungen geführt“, heißt es in einer Mitteilung der Polizeidirektion Oldenburg.

Wie oft Dincklage zu Unrecht einen Fahrer und Wagen angefordert haben könnte, müsse noch aufgearbeitet werden, sagte die Sprecherin. Auch die Staatsanwaltschaft in Oldenburg interessiert sich für den Fall. Derzeit werde geprüft, ob der Anfangsverdacht einer Straftat vorliegt, sagte Staatsanwältin Frauke Wilken am Dienstag.

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