Salzgitter

Polizist von Einbrecher niedergeschossen

+
Nach den Schüssen wurde das SEK angefordert.

Salzgitter - Ein Einbrecher hat in Salzgitter einen Streifenpolizisten niedergeschossen und schwer verletzt. Das Spezialeinsatzkommando der Polizei aus Hannover wurde angefordert.

Bei einem Schusswechsel mit einem Einbrecher ist am Dienstagnachmittag in einem Wohngebiet in Salzgitter ein Streifenpolizist verletzt worden. Wie die Polizei in Salzgitter am Abend mitteilte, hatten Nachbarn die Beamten gegen 13.25 Uhr über einen möglichen Einbruchsversuch in ein Wohnhaus in Salzgitter-Bruchmachtersen informiert. Sie hatten nach Angaben von Polizeisprecherin Sabine Goldfuß beobachtet, wie sich ein Mann in dem bürgerlichen Wohngebiet an einem der Fenster zu schaffen machte. Nach Angaben der Nachbarn waren die Bewohner wegen einer Beerdigung nicht zu Hause.

Als die Polizeistreife am Tatort eintraf, kam es zu dem Schusswechsel. Wer das Feuer eröffnete, war laut Polizei am Dienstag noch unklar. Unbestätigten Angaben zufolge schoss zuerst der überraschte Einbrecher. Die Polizisten erwiderten das Feuer und verletzten auch den 25 Jahre alten Täter. „Es wurden mehrere Schüsse abgegeben“, sagte Polizeisprecherin Goldfuß – wie viele Schüsse fielen, wollte sie nicht sagen. „Wir wollen nicht spekulieren“, sagte Goldfuß. „Wir müssen noch die Vernehmungen abwarten und die Spuren am Tatort auswerten.“ Auch wollte sie keine Auskunft darüber geben, ob der verletzte Polizist den Einbrecher traf oder ob es ein Kollege war.

Der 33 Jahre alte Polizeibeamte wurde mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, ebenso der 25 Jahre alte Einbrecher. Wie schwer der Polizist verletzt wurde, war von der Polizei am Dienstag nicht zu erfahren. Er schwebt den Angaben zufolge jedenfalls nicht in Lebensgefahr. Der 25 Jahre alte mutmaßliche Einbrecher soll unbestätigten Angaben zufolge schwerer verletzt sein. Offenbar wurde er von einer Polizeikugel am Hals oder an der Schulter getroffen. Die Verletzten mussten beide im Krankenhaus operiert werden.

Nach dem Schusswechsel forderte die Polizei in Salzgitter ein Spezialeinsatzkommando des Landeskriminalamts aus Hannover an. Die SEK-Beamten umstellten und durchsuchten das Haus, da Dienstagnachmittag nicht eindeutig klar war, ob sich möglicherweise noch ein Komplize des Einbrechers im Haus befand. Im Haus wurde aber niemand angetroffen. Um wie viele Einbrecher es sich handelte und ob Komplizen möglicherweise auf der Flucht waren, darüber machte die Polizei auch am Mittwochmorgen noch keine abschließenden Angaben. Zu einer zweiten Festnahme, von der am späten Dienstagabend gerüchteweise die Rede war, sei es aber nicht gekommen.

Der Fall aus Salzgitter zeigt, wie gefährlich solche Einsätze für Polizeibeamte sein können. Laut der jüngsten Kriminalstatistik gab es im Jahr 2012 bundesweit 30 Mord- und 54 Totschlagsversuche gegen Polizisten. Drei Beamte starben bei solchen Attacken. 1762 Polizisten wurden gefährlich verletzt.

(mit: lni)

3090815

Kommentare