Gütertransport

Positive Bilanz für den Nord-Ostsee-Kanal

+
Ein Tanker fährt auf dem Nord-Ostseekanal in Richtung Ostsee.

Kiel - Gebaut wurde der Nord-Ostsee-Kanal, damit kaiserliche Kriegsschiffe schneller zwischen Nord- und Ostsee manövrieren konnten. Heutzutage befahren ihn rund 42.000 Schiffe pro Jahr. Beim Gütertransport soll am Freitag die 100-Millionen-Tonnen-Marke geknackt werden.

Die Zahl der Schiffe und die transportierte Ladungsmenge auf dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK) haben im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Am Freitag soll bei der Fracht die 100 Millionen-Marke geknackt werden. Damit wird 2012 vom Ergebnis her dem bisherigen Rekordjahr 2008 mit rund 106 Millionen Tonnen Ladung nahe kommen.

Wie die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord (WSD) in Kiel mitteilte, passierten in den ersten drei Quartalen dieses Jahres 26.142 Schiffe den Kanal. Im selben Zeitraum des Vorjahres seien es 24 750 gewesen. Die Ladungs-Tonnage stieg in den ersten neun Monaten von 71,938 Millionen Tonnen auf 77,912 Millionen Tonnen, sagte WSD-Sprecherin Claudia Thoma.

Seit Ende der 1990er Jahre habe sich die Transportmenge mehr als verdoppelt. Heute transportieren im Schnitt 95 Frachter täglich knapp 300.000 Tonnen Ladung durch den NOK. Dafür wären auf der Straße bis zu 15.000 Lastwagen notwendig.

Der gut 100 Kilometer lange NOK ist eine der meist befahrenen künstlichen Wasserstraßen der Welt. Er verbindet die Deutsche Bucht mit der Ostsee und verkürzt den Weg im Vergleich zur Route um Dänemark herum um 250 Seemeilen (402 Kilometer).

Die Schleusenanlagen sind jedoch seit fast hundert Jahren ununterbrochen in Betrieb und mittlerweile marode. Bauwerke und Technik stammen zum Teil noch aus der Kaiserzeit und sind häufig defekt. Dadurch müssen Schiffe oft lange warten, bevor sie in den Kanal einfahren oder ihn verlassen können. Rund 42 000 Schiffe nutzen den NOK jedes Jahr. Zum Vergleich: Den Panamakanal queren rund 15.000 Schiffe, den Suezkanal nehmen 18.000 Schiffe als Transit.

dpa

Kommentare