Stellenausschreibung in Großbritannien

Postamt in der Antarktis sucht Mitarbeiter

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Im Zeichen der Königin: Briefmarke des britischen Antarktis-Territoriums.

- Per Annonce wird in Großbritannien derzeit nach Personal für das südlichste Postamt des Landes gesucht - und dies verspricht tatsächlich genügend Abstand zu Lärm, Hektik und allen sonstigen negativen Folgen des modernen Arbeitslebens. Das ergibt sich vor allem durch die geografische Lage: Es liegt in der Antarktis.

In britischen Postämtern kann es schon mal hektisch zugehen: Wer einen Wunsch hat, muss sich nach guter englischer Tradition in eine meist meterlange Schlange einreihen. Die Zahl der Filialen wurde über die Jahre immer wieder reduziert, das Personal gibt Briefmarken & Co. inzwischen fast schon im Akkord aus. Für etwas Ruhe und Entspannung bleibt den Mitarbeitern gewöhnlich keine Zeit. Oder?

Per Annonce wird in Großbritannien derzeit nach Personal für das südlichste Postamt des Landes gesucht - und dies verspricht tatsächlich genügend Abstand zu Lärm, Hektik und allen sonstigen negativen Folgen des modernen Arbeitslebens. Das ergibt sich vor allem durch die geografische Lage: Das südlichste britische Postamt befindet sich in Port Lockroy. Und das liegt in der Antarktis, rund 16 000 Kilometer von London entfernt. Es ist damit zugleich die südlichste Poststelle der ganzen Welt.

Die Rahmenbedingungen der zu besetzenden Stelle könnten zugegebenermaßen attraktiver sein: Es handelt sich um einen Saisonjob zwischen November und März. Dotiert ist er mit 1100 Pfund monatlich, umgerechnet 1500 Euro. In der Stellenanzeige werden die Umstände vor Ort nicht verschwiegen: „Macht es Ihnen nichts aus, bis zu einen Monat nicht zu duschen, und für fünf Monate sehr dicht mit drei Menschen und 2000 riechenden Pinguinen zu leben?“

Der Ort ist so abgelegen, dass selbst Helikopter ihn nicht erreichen können. Der nächste Arzt befindet sich rund drei Tage per Schiff entfernt. Es gibt weder Internet noch Zentralheizung und auch keinen Mobilfunkempfang. Port Lockroy mag vielleicht nicht das Ende der Welt sein - aber kaum jemand hat Zweifel, dass man es von hier aus sehen kann.

Dass es hier überhaupt ein Postamt gibt, liegt allein am Seeverkehr. Während der Sommermonate legt rund zweimal täglich ein Schiff in der früheren britischen Forschungsstation an, in jeder Saison brennen rund 18 000 Touristen darauf, hier ihre Ansichtskarten abzugeben.

Interessenten für den Job müssen sich sputen: Nur noch bis zum 27. Februar nimmt der United Kingdom Antarctic Heritage Trust Bewerbungen entgegen. Wer die Zusage bekommt, kann ja danach entspannen.

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