Nachfolger steht fest

Postschiffer-Legende Nissen geht in Rente

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"Ich werde 65": Postschiffer Fiede Nissen gibt nach 37 Jahren und 6 Monaten seinen Posten ab.

Langeneß - Er nennt sich Postschiffer, fährt aber auch auf Schienen. Nun bekommt die Hallig-Berühmtheit Fiede Nissen einen Nachfolger.

Postschiffer Fiede Nissen gibt nach 37 Jahren und 6 Monaten seinen Posten ab. "Ich werde 65", nennt das nordfriesische Original mit dem Rauschebart den profanen Grund. Nissen geht in Rente. Am Montag stellt er sich zum Abschied der Presse, gemeinsam mit seinem Nachfolger Johann Petersen (47), der vom 1. Oktober an die Halligen Langeneß, Oland, Gröde und Habel an sechs Tagen pro Woche mit Post versorgen wird, die er vom Festland holen muss.

Um die 11.600 Mal hat Nissen die Tour mit Boot und Lore grob geschätzt wohl absolviert. Etwa 100 Fahrten fielen dem Sturm zum Opfer. Am 24. Dezember 1977 hätte ihm der "Blanke Hans" schon in seinem Anfangsjahr beinahe das Leben genommen: Die Sturmflut erwischte Nissen auf dem Weg so schwer, dass er sich gerade noch auf die Nachbarhallig Oland in den Schutzhafen retten konnte.

Sein Job als Postschiffer hielt Nissen fast durchweg auf seiner Heimathallig fest. Alle vier bis fünf Jahre verließ er sie für 14 Tage Urlaub, zum Beispiel auf den Kanaren. "Ich brauche Wasser." Dass ihn einmal Rudi Carell samt TV-Team mit einem Überraschungsbesuch verblüfft hat, gehört zu Nissens prägenden Erinnerungen. Auch der damalige Bundespräsident Horst Köhler schaute bei Nissen vorbei. Fernsehteams aus Japan oder von der BBC drehten Filme über ihn.

dpa

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