Niederlande haben Ärger in Griechenland

Privathafen des Königspaars sorgt für Streit

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Willem-Alexander und seine Frau Máxima wollten eine Fluchtmöglichkeit bei Terrorgefahr - und handelten sich Ärger mit den Griechen ein.

Athen - Neben der Villa des niederländischen Königspaars in Griechenland wurde ein Privathafen gebaut. Angeblich soll er die Flucht bei Terrorangriffen ermöglichen. Nun sorgt er aber erstmal für Protest.

Der niederländische König Willem-Alexander (47) und seine Frau Máxima (43) haben Ärger wegen eines kleinen Privathafens in Griechenland. Sein Bau an der Villa des Paares in Doroufi auf dem Peloponnes hat eine Bürgerinitiative auf den Plan gerufen. Am Strand wurden vor rund zwei Monaten Betonanleger für Boote gebaut. Die Bürgerinitiative hält den Bau für illegal und fürchtet, dass der Strand - entgegen dem griechischen Recht - komplett gesperrt werden könnte. Für den Hafen liegt eine Sondergenehmigung griechischer Ministerien vor.

Die niederländische Regierung begründete die Baumaßnahmen mit der Sicherheit des Staatsoberhauptes. Der nationale Koordinator für Terrorismusbekämpfung und Sicherheit habe im Zusammenhang mit dem Schutz der Ferienvilla des Königspaares in Griechenland ein Maßnahmenpaket ergriffen. Dazu gehöre unter anderem ein Bootsanleger, der in direkter Verbindung mit dem Haus liege. Ein Vertreter der griechischen Bürgerinitiative gibt sich damit nicht zufrieden. „Wenn der König mit seinem Privatjet käme, würden sie dann einen Flughafen bauen?“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag. Die Initiative wolle erst einmal abwarten, bis sie sämtliche Papiere vorliegen habe, und sich dann rechtliche Schritte überlegen.

Auch Abgeordnete des niederländischen Parlaments hatten der Regierung Fragen zu dem Thema gestellt. So soll Ministerpräsident Mark Rutte erklären, ob niederländische Steuergelder für den Ausbau des privaten Feriengeländes des Königs verwendet wurden.

Bereits vor sieben Jahren hatte eine Ferienvilla des königlichen Paares heftige Empörung in den Niederlanden ausgelöst. Als Willem-Alexander und Máxima in Mosambik eine Villa gekauft hatten, kritisierten Politiker die hohen Sicherheitskosten für den königlichen Urlaub in einem Entwicklungsland. Nach einer erregten Debatte entschied der damalige Kronprinz 2009, das Anwesen wieder zu verkaufen. 2012 erwarb die Familie das Haus in Griechenland.

dpa

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