GEW und Realschullehrer pochen auf Altersregel

Protest gegen Mehrarbeit für Lehrer

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Foto: Auch die Lehrergewerkschaft GEW kritisiert die geplante Arbeitszeiterhöhung für Lehrer.

- Die absehbaren Mehrbelastungen für Lehrer, die Rot-Grün am Mittwoch beschließen will, haben Proteste ausgelöst. Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL) warnte vor „Wortbruch“: Die geplante Altersermäßigung für Lehrer über 55 Jahre solle wie 1999 versprochen eingeführt werden.

Jegliche Arbeitszeiterhöhung sei „kontraproduktiv“, sagte der VNL-Landesvorsitzende Manfred Busch. Auch die Lehrergewerkschaft GEW äußerte Kritik. Ihr Vorsitzender Eberhard Brandt sagte NDR 1 Niedersachsen, eine Arbeitszeiterhöhung für Lehrer sei der falsche Weg. Wenn Rot-Grün im Bildungsetat kürzen wolle, dann solle man den Bestand kleiner Schulen, die unverhältnismäßig viele Lehrkräfte erfordern, in Frage stellen.

Die Regierung plant, wie in der HAZ am Sonnabend berichtet, die Lehrverpflichtung für Gymnasiallehrer von derzeit 23,5 Wochenstunden um eine Stunde zu erhöhen. Außerdem gedeihen in der rot-grünen Koalition Pläne, die ab 1. August 2014 geplante Altersermäßigung für Lehrer (wöchentlich eine Stunde für Lehrer ab 55 Jahre, zwei Stunden für Lehrer ab 60 Jahre) zu streichen. Dann würde die bisherige Regel weiter gelten, nämlich eine Entlastung von einer Stunde wöchentlich für Lehrer über 60 Jahre. Es deutet viel darauf hin, dass die Landesregierung diese Einschnitte beschließen will, wenn sie am Dienstag und Mittwoch in einer Klausurtagung den Etat für 2014 in seinen Grundzügen festlegen will.

Oppositionsführer Björn Thümler (CDU) äußerte drastische Kritik: „Rot-Grün setzt seinen Feldzug gegen Gymnasien unbeirrt von aller Kritik fort“, erklärte er. Nach der erleichterten Gründung von Gesamtschulen sei die Mehrarbeit für Gymnasiallehrer „die nächste Eskalationsstufe“. Dies erinnere fatal an die Polemik des einstigen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder, der Lehrer „faule Säcke“ genannt habe.

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