Bad Nenndorf

Proteste gegen rechten "Trauermarsch" geplant

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Foto: Auch 2013 gingen zahlreiche Menschen gegen den Aufmarsch von Rechtsextremisten auf die Straße.

Bad Nenndorf - Ignorieren kommt nicht in Frage: Auch in diesem Jahr organisiert das Bürgerbündnis "Bad Nenndorf ist bunt" mit dem Deutsche Gewerkschaftsbund einen Protest gegen den Aufmarsch von Rechtsextremen. In den vergangenen Jahren waren mehr als tausend Menschen gegen die Neonazis auf die Straße gegangen.

Das Bürgerbündnis "Bad Nenndorf ist bunt" und der Deutsche Gewerkschaftsbund wollen sich auch in diesem Jahr einem Aufmarsch von Rechtsextremisten in der Kurstadt entgegen stellen. Am 1. August seien eine Kundgebung, eine Demonstration und ein ökumenischer Gottesdienst geplant, teilten die Organisatoren am Donnerstag mit. Bereits am Tag davor wollen Aktivisten die Bahnhofstraße im Zentrum von Bad Nenndorf mit Transparenten gegen Rechts, Fahnen und bunten Bändern schmücken.

Neonazis veranstalten am 1. August bereits das zehnte Jahr in Folge einen "Trauermarsch" zum Bad Nenndorfer Wincklerbad. Dort befand sich von 1945 bis 1947 ein britisches Verhörzentrum und Militärgefängnis für Nationalsozialisten. Es kam in der Einrichtung auch zu Misshandlungen - nach dem Bekanntwerden der Vorgänge entschuldigte sich Großbritannien dafür.

Zunächst hatten die "Trauermärsche" großen Zulauf. 2010 kamen mehr als 900 Neonazis nach Bad Nenndorf, 2014 waren es noch rund 200. Ihnen standen mehr als tausend Gegendemonstranten gegenüber.

Proteste gegen die Rechtsextremisten seien weiterhin notwendig, erklärten das Bündnis und der DGB. "Wegzusehen und die Aufmärsche zu ignorieren, wäre genau das falsche Signal." Rechtsradikale werteten Schweigen als Zustimmung und fühlten sich durch ausbleibenden Protest bestärkt. "Angesichts zunehmender Angriffe auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte und wachsender rassistischer Gewalt weichen wir vor den in Bad Nenndorf aufziehenden Wölfen im Schafspelz keinen Zentimeter zurück", heißt es im Aufruf zu den Aktionen.

epd

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