Verden

Prozess um erschlagenes Baby beginnt

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Foto: Fatima V. und Verteidiger Cornelius Weimar im Landgericht.

Verden - Eine Mutter aus Verden soll ihr Kind aus Überforderung getötet haben. Jetzt muss sich die 33-Jährige vor dem Landgericht in Verden verantworten.

Zweimal soll eine Mutter ihr schreiendes Baby mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen haben. Als es später aufhört zu atmen, wird es kräftig geschüttelt. Das kleine Mädchen stirbt im Krankenhaus. Wegen Totschlags muss sich die 33-jährige Mutter seit Dienstag vor dem Landgericht in Verden verantworten. In Handschellen führen Justizbeamte sie in den Saal. Sie bedeckt ihr Gesicht mit einem Kopftuch. Zu einer Anklageverlesung kommt es an dem Tag nicht mehr, weil die Verteidigung die Übersetzung der Anklageschrift moniert.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat sich die Frau am 26. Oktober 2013 in Schwanewede (Kreis Osterholz) an ihrem Säugling vergriffen. Die Familie lebte damals erst seit wenigen Monaten in Deutschland. Zusammen mit ihrem Mann und zwei kleinen Kindern ist die Schwangere aus Tschetschenien geflohen. Am Tattag stritt sie mit ihrem Mann, das Baby schrie, sie stieß es gegen die Wand. Der Staatsanwaltschaft zufolge war es nicht der erste Übergriff: In den Wochen zuvor soll die Frau dem Mädchen bereits mehrere Rippen gebrochen haben.

Die Angeklagte sitzt seither in Untersuchungshaft. Weinend verfolgt sie den Prozess. Ein Dolmetscher übersetzt jedes Wort des Richters. Wegen Problemen mit der Anklageschrift setzt das Gericht die Verhandlung nach kurzer Zeit jedoch aus. Diese sei nicht richtig ins Tschetschenische übersetzt, sagte Verteidiger Cornelius Weimar. Bis zum nächsten Prozesstermin am 5. September muss nun eine andere Dolmetscherin die Übersetzung der Anklage prüfen.

von Irena Güttel

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