Landgericht Braunschweig

Prozess um Verkauf von Gammelfleisch gestartet

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Foto: Das verdorbene Fleisch soll auch in den Endverbrauch gegangen sein.

Braunschweig - Fünf Fleischhändler stehen wegen des Verkaufs von Gammelfleisch vor dem Landgericht Braunschweig. Ihnen wird vorgeworfen, schlechte Fleischabfälle gekauft, weiterverarbeitet und schließlich als Lebensmittel verkauft zu haben. Die Händler sehen sich allerdings im Recht.

Fleischabfälle kaufen und als Lebensmittel weiterverkaufen: Das könnte die Masche vonFleischhändlern gewesen sein. Nun stehen sie vor Gericht. Und wehren sich. Ein Prozess gegen Fleischhändler wegen des Verkaufs von Gammelfleisch hat begonnen.

Ware ging an einen Fleischhändler in Braunschweig

Zum Auftakt am Landgericht Braunschweig stellten drei der fünf Beschuldigten im Alter zwischen 39 und 65 Jahren am Dienstag ihre Sicht der Dinge dar. Geständnisse gab es keine, wie ein Gerichtssprecher sagte. "Man fühlt sich offenbar imRecht." Ein Händler aus Burg (Landkreis Jerichower Land) in Sachsen-Anhalt soll laut Anklage Abfälle von fleischverarbeitenden Betrieben geholt haben. Demnach hatte er vorgegeben, das Fleisch entsorgen zu wollen. Stattdessen soll er es an einen Fleischhändler in Braunschweig geliefert haben.

Das Fleisch soll auch im Endverbrauch gelandet sein

Dort seienTeile der Abfälle aussortiert, mit anderem Fleisch gemischt und dann weiterverkauft worden. "Es ist offensichtlich auch in denEndverbrauch gegangen", sagte Fabian Londa, Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Die Beschuldigten - darunter der Händler aus Burg und die Geschäftsführer des Braunschweiger Unternehmens - sollen zwischen 2009 und 2011 verdorbene oder nicht für Lebensmittel zugelassene Fleischteile anFleischereien imIn- und Ausland verkauft haben. Laut Gericht geht es um insgesamt 400Fälle.

Fleisch war teils mit Salmonellen befallen

Von den Fleischereien produziertes Hack sei teils mit Salmonellen befallen gewesen. Um wie viele Tonnen ungenießbares Fleisch es sich genau handelt, ist laut Gerichtssprecher unklar. Es sind insgesamt zehn Prozesstage angesetzt. Die Ermittlungen seien durch einen ehemaligen Mitarbeiter ins Rollen gekommen, berichtete der NDR. Er habe sich beim Veterinäramt gemeldet. Demnach sollen teils übelriechende, grünlich verfärbte Schweineschwarten verarbeitet worden sein.

dpa

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