Russische Punkband

Pussy Riot mit Lennon-Ono-Friedenspreis ausgezeichnet

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Die Punkband Pussy Riot ist mit dem Lennon-Ono-Friedenspreis ausgezeichnet worden.

New York - Seit gut einem halben Jahr sitzen sie in Haft, aber die internationale Solidarität reißt nicht ab: Weltweit sehen Menschen die Musikerinnen der russischen Band Pussy Riot als Kämpferinnen für Freiheit. Jetzt haben sie den Lennon-Ono-Peis bekommen.

Fünf Wochen nach ihrer Verurteilung ist die kremlkritische russische Frauenband Pussy Riot mit dem Lennon-Ono-Friedenspreis ausgezeichnet worden. Die Künstlerin Yoko Ono, Witwe des 1980 erschossenen Ex-Beatles John Lennon, überreichte einem der Ehemänner der drei wegen eines „Punkgebets“ gegen Russlands Präsidenten Wladimir Putin verurteilten Frauen am Freitag den Preis in New York. „Pussy Riot ist heute ein Symbol für Redefreiheit, und sie stehen für alle Frauen der Welt, die Freiheit suchen“, sagte Ono.

„Wir haben den Preis im Andenken an John Lennon gestiftet, um dem Frieden zum Durchbruch zu verhelfen“, sagte Ono. „Diese jungen Frauen sind für die Freiheit eingetreten und damit auch für den Frieden.“ Sie seien die ersten Preisträger aus Russland, die die 2002 mit 50.000 Dollar dotierte Auszeichnung bekämen. „Wir haben solchen Respekt vor Euch“, sagte Ono.

Die Auszeichnung nahm Pjotr Wersilow, der Ehemann der verurteilten Nadeschda Tolokonnikowa, entgegen. Es sei eine „kaum fassbare Ehre“. „Die Solidarität von Menschen auf der ganzen Erde gibt uns Kraft“, sagte er. Deshalb würden die Gruppe und die Unterstützer weiter für Demokratie in Russland kämpfen. Wersilow sagte der dpa, dass er trotz anderslautender Signale russischer Politiker nicht mit einer raschen Begnadigung rechne.

Mit dabei war auch Gera, Tolokonnikowas vierjährige Tochter. Sie hatte den Preis, ein gläsernes Puzzleteil, in Empfang genommen. Zum Schluss brüllte sie ein „Thank you!“ ins Mikrofon.

Die drei Frauen waren nach dem „Punkgebet“ zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Das Urteil habe „international starke Kritik hervorgerufen und Russlands Haltung zur Meinungs- und Redefreiheit infrage gestellt“, hieß es von der Stiftung Onos. „Pussy Riot wird von zahlreichen Aktivisten und Menschenrechtsgruppen auf der ganzen Welt unterstützt, die überall gegen das Urteil protestiert haben.“

Die drei jungen Frauen sind nicht die Einzigen, die in diesem Jahr den Preis von Onos Stiftung erhalten sollen. Geehrt werde auch die amerikanische Friedensaktivistin Rachel Corrie, die 2003 von einem israelischen Bulldozer überrollt wurde, als sie den Abriss eines palästinensischen Hauses verhindern wollte. Der im Dezember gestorbene Journalist Christopher Hitchens soll für seine religionskritischen Schriften geehrt werden. Der einzige Preisträger, der die Urkunde selbst in die Hand nehmen kann, ist John Perkins. Der Autor hat weltweit Korruption angeprangert. Die übrigen Preise sollen am 9. Oktober im isländischen Reykjavik übergeben werden.

dpa

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