Zu windig

„Quantum of the Seas“ kann nicht auslaufen

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Papenburg - Die „Quantum of the Seas“, das drittgrößte Kreuzfahrtschiff der Welt, kann am Sonntag nicht wie geplant von Papenburg über die Ems auslaufen: Es ist zu windig. Montag wird über einen neuen Termin beraten.

Langes Warten auf die erste Reise des bisher größten in Deutschland gebauten Kreuzfahrtschiffes: Die Überführung der "Quantum of the Seas" vom Emsland in Richtung Nordsee verzögert sich erneut. Grund sei der vorhergesagte starke Wind, sagte ein Sprecher der Meyer Werft in Papenburg am Sonntag. Über den genauen Termin der Überführung werde am Montagmittag entschieden.Nach Angaben des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) beginnt die Fahrt frühestens am Montagabend.

Nach derzeitigem Stand ist die rund 700 Millionen Euro teure "Quantum of the Seas" das drittgrößte Kreuzfahrtschiff der Welt. Ursprünglich sollte die Ems-Passage am Sonntagmittag beginnen, musste aber wegen ungünstiger Wetter- und Wasserstandsbedingungen verschoben werden. Die Ankunft im niederländischen Eemshaven war dann ursprünglich für Montagvormittag geplant. "Wir brauchen nordwestlichen Wind und eine hoch auflaufende Flut", sagte Werftsprecher Peter Hackmann. Die Windverhältnisse sind wichtig, denn beim Passieren der Schleusen und Brücken geht es um Millimeterarbeit - eine kräftige Böe kann die schwimmende Kleinstadt mit den Bauwerken kollidieren lassen.

Über die schmale Ems muss der 348 Meter lange und 41 Meter breite Luxusliner im Schritttempo gut 40 Kilometer zurücklegen - mit Hilfe zweier Schlepper und im Rückwärtsgang. Damit lässt sich der Ozeanriese, der Platz für gut 4100 Passagiere bietet, besser manövrieren.

Die Fahrt der "Quantum" soll zunächst zum Emssperrwerk nach Gandersum führen. Dort wird das Schiff laut Planung am Dienstagmittag erwartet. Nach Angaben des Landesbetriebs ist geplant, die Tore des Sperrwerks am Montag gegen 12.00 Uhr zu schließen. Der Hintergrund: Um das Schiff mit acht Metern Tiefgang über die vergleichsweise schmale Ems überführen zu können, muss ein entsprechend hoher Wasserstand vorhanden sein. Dazu wird bei Flut das Sperrwerk geschlossen, um die Ems zwischen Papenburg und Gandersum aufzustauen. Mit den sechs Pumpen des Sperrwerks soll der Wasserstand der Ems zusätzlich laut NLWKN um mindestens einen Meter erhöht werden. Das werde bis zu zwölf Stunden dauern. Seit Inbetriebnahme des Sperrwerks 2002 seien 29 Schiffe überführt worden.

dpa

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