Rassismus-Vorwürfe in den Niederlanden

Rangeleien bei Auftritt von Sinterklaas und Zwarte Piet

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Foto: Nach altem Brauch trägt der Nikolaushelfer Zwarte Piet eine dunkle, aufgemalte Hautfarbe.

Gouda - Sind sie jetzt Ausdruck von Rassismus oder nicht? Die Zwarten Pieten in den Niederlanden erregen die Gemüter. Bei einem ersten Auftritt des Sinterklaas und seiner angemalten Helfer in Gouda gibt es viele Festnahmen.

Überschattet von neuerlichen Rassismus-Vorwürfen und Festnahmen hat der niederländische Nikolaus in Begleitung seiner umstrittenen schwarzen Helfer seine vorweihnachtliche Reise begonnen. Mit einem Dampfschiff voller Geschenke, das der Legende nach jedes Jahr aus Spanien kommt, trafen der weißbärtige Sinterklaas und die bunt kostümierten Zwarten Pieten am Samstag in der Käsestadt Gouda ein.

Mehr als 40.000 Schaulustige - vor allem Kinder mit ihren Eltern - begrüßten Sinterklaas im roten Bischofsmantel mit großem Jubel. Am Rande kam es zu Rangeleien zwischen Gegnern und Befürwortern der Nikolaushelfer, die nach altem Brauch eine - aufgemalte - dunkle Hautfarbe haben. „Schwarze Pieten sind Rassismus“, stand auf einem Spruchband von Demonstranten. Aus beiden Lagern seien insgesamt mehr als 60 Personen zeitweise festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher.

In den Zwarten Pieten sehen Kritiker ein Symbol der Sklavenzeit sowie der Diskriminierung von Menschen mit dunkler Hautfarbe im Alltag. Für die meisten Niederländer sind sie einfach freundliche Burschen, die Kindern am 5. Dezember Geschenke bringen. Neben überwiegend schwarz angemalten Pieten traten in Gouda auch einige weiße Nikolaushelfer auf. Andere hatten die Gesichter mit Rußflecken, bunt oder in gelber Käsefarbe geschminkt.

dpa

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