Hamburg und Schleswig-Holstein

Razzia gegen mutmaßliche Salafisten

Hamburg - Die salafistische Organisation Millatu Ibrahim wurde im vergangenen Jahr verboten. In Norddeutschland sollen Verdächtige aber mit einem Ableger weitergemacht haben. Jetzt haben Ermittler eine Moschee und Privatwohnungen durchsucht.

Mit Razzien sind Ermittler in Hamburg und Schleswig-Holstein gegen mutmaßliche Salafisten vorgegangen. Bereits in der vergangenen Woche durchsuchten sie eine Moschee im Hamburger Stadtteil Harburg sowie 15 Privatwohnungen in Hamburg, Pinneberg, Elmshorn und Lübeck. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 15 Beschuldigte, wie Behördensprecherin Nana Frombach am Freitag sagte. Sie werden verdächtigt, mit einem Ableger das seit 2012 verbotene Netzwerk Millatu Ibrahim „verbotswidrig fortgeführt“ zu haben. Die Zeitung „Die Welt“ (Freitag) hatte zuerst über die Durchsuchungen berichtet.

Rund 80 Beamte vollstreckten am 20. Juni an insgesamt 16 Orten Durchsuchungsbeschlüsse. Sie beschlagnahmten umfangreiches Beweismaterial - vor allem Datenträger -, das derzeit ausgewertet werde, erklärte Frombach. Festgenommen wurde niemand. Schwerpunkt der Aktion war Hamburg: Neun Wohnungen wurden in der Hansestadt durchsucht, vier in Pinneberg und je eine in Elmshorn und Lübeck.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des Verstoßes gegen ein Vereinigungsverbot. Gegen zwei Beschuldigte laufen zudem Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, wie die Oberstaatsanwältin sagte. Nach der bisherigen Auswertung gehen die Ermittler allerdings davon aus, dass sich dieser Verdacht nicht bestätigen wird. Ob eine konkrete Straftat geplant war, konnte Frombach nicht sagen. Auch ob die Beschuldigten Angaben gemacht haben, blieb zunächst unklar.

dpa

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