Standorte zentralisiert

Rechnungshof bezieht sein neues Haus

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Foto: Symbolische Schlüsselübergabe: Minister Hartmut Möllring (l.), Rechnungshofchef Richard Höptner und Landtagspräsident Hermann Dinkla (r.).

Hildesheim - Der Landesrechnungshof sitzt jetzt in Hildesheim. Er hat seine über das Land verteilten Standorte zentralisiert und auch gleich noch kräftig Personal abgebaut.

Normalerweise schaut er öffentlichen Bauherren auf die Finger, wenn die Kosten das Maß sprengen oder zweifelhafte Investitionen getätigt werden. Deshalb bat der Landesrechnungshof in Niedersachsen den Rechnungshof in Sachsen-Anhalt um Amtshilfe, als er sein eigenes zehn Millionen teures Bauprojekt in Angriff nahm. Gestern wurden die neuen Gebäude in Hildesheim eingeweiht. „Warum feiern wir heute die Einweihung eines neuen Dienstgebäudes - in einer Zeit, in der öffentliche Haushalte sparen müssen?“, fragte Rechnungshofpräsident Richard Höptner.

Aber mit dem Neubau unweit des Hildesheimer Hauptbahnhofes würden jetzt alle früher über mehrere Standorte verteilten Dienststellen zentralisiert, sagte Höptner. In zehn Jahren habe sich diese Investition für das Land ausgezahlt. Da strahlte auch Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), der als Hildesheimer auch froh ist, dass die jahrelang leerstehende frühere Fachhochschule für Verwaltung eine neue Nutzung bekommen hat. „Am alten Standort wäre es schwierig gewesen, ein zweites Gebäude daneben zu stellen“, erläuterte Möllring, bevor er dem Rechnungshofpräsidenten einen überdimensionierten Schlüssel als Einweihungspräsent übergab. An der Notwendigkeit des Rechnungshofes habe auch die Landesregierung keinen Zweifel - selbst wenn sie selbst Gegenstand von Kritik sei. „Wir brauchen jemanden, der von außen auf die Verwaltung schaut.“

Das tun 160 Mitarbeiter, die Ministerien und Kommunen auf sparsame Mittelverwendung überprüfen. „Der neue Anzug passt nur, weil auch wir abgespeckt haben“, sagte Rechnungshof-Vizepräsident Fritz Müller - von gut 300 Mitarbeitern 1998 auf fast die Hälfte.

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