Gekaufte Prüfungsergebnisse

Referendare sagen im Prozess um Jura-Examen aus

Lüneburg - Fünfstellige Summen wollte der ehemalige Referatsleiter des Landesjustizprüfungsamtes von Nachwuchsjuristen für die Lösungen des Zweiten Staatsexamens haben. Am Donnerstagmorgen werden fünf Referendare als Zeugen vernommen. Dem Richter drohen zehn Jahre Haft.

Im Prozess gegen einen ehemaligen Referatsleiter des Landesjustizprüfungsamtes sollen am Donnerstag (9.30 Uhr) fünf Referendare als Zeugen vernommen werden. Der wegen Bestechlichkeit angeklagte Richter soll Nachwuchsjuristen Prüfungslösungen für das Zweite Staatsexamen für teils fünfstellige Beträge angeboten haben.

Seit Mitte Dezember muss er sich deshalb auch wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses und versuchter Nötigung am Landgericht Lüneburg verantworten. In dem Mammutverfahren waren bis Ende Juni zunächst rund 50 Verhandlungstage angesetzt worden. Trotz eines Geständnisses des Angeklagten Anfang Januar dämpfte die Vorsitzende Richterin Hoffnungen auf ein schnelles Prozessende. Der Richter war Ende März in Mailand gefasst worden, ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.

dpa/lni

Kommentare