Landgericht Stade

Rentner muss sieben Jahre in Haft

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Foto: Der 77-jährige Angeklagte Gerd H. (l.) spricht am Montag mit seinem Anwalt.

Stade - Das Landgericht Stade hat einen Rentner zu sieben Jahren Haft verurteilt. Der 77-Jährige hatte im vergangenen September den Lebensgefährten seiner Schwester erschossen.

Das Landgericht Stade hat einen Rentner wegen tödlicher Schüsse auf einen 70-Jährigen zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Der 77 Jahre alte Mann, der wegen Mordes angeklagt war, wurde am Montagmorgen wegen Totschlags in Tateinheit mit einem Verstoß gegen das Waffengesetz schuldig gesprochen, sagte eine Sprecherin des Landgerichts. Der zur Tatzeit 76 Jahre alte Angeklagte hatte den Lebensgefährten seiner Schwester im vergangenen September in Schiffdorf (Kreis Cuxhaven) erschossen. Vorausgegangen waren heftige Streitereien.

Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre Gefängnis wegen Mordes gefordert. Die Verteidigung hatte dagegen kein konkretes Strafmaß genannt, aber auf ein mildes Urteil wegen Totschlags plädiert. Ein Mordmerkmal habe das Gericht nicht erkennen können, sagte die Sprecherin. Provokationen des Opfers müssten mit berücksichtigt werden. Einzig das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe wäre infrage gekommen. Die Motive hätten in diesem Fall aber nicht auf niedrigster Stufe gestanden, meinte das Gericht.

Die Kammer habe in das Urteil auch die verminderte Schuldfähigkeit des heute 77-Jährigen wegen einer krankhaften seelischen Störung einfließen lassen. Der Mann leidet an einer beginnenden Demenz. Deswegen sei der Strafrahmen für die Freiheitsstrafe auf eine Spanne von zwei Jahren bis elf Jahren und drei Monaten reduziert gewesen. In der Regel gilt bei Totschlag eine Spanne für die Freiheitsstrafe von fünf bis 15 Jahren.

dpa

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