„Wir wissen, wie peinlich das wird“

Rocker in Haft sollen künftig Pink tragen

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Nicht nur pinke Socken: Rocker-Häftlinge sollen in Australien peinliches Pink tragen.

Canberra - Frank Hanebuth, ehemals Chef der Hells Angels in Hannover, dürfte froh sein, dass er nicht in einem australischen Gefängnis untergebracht ist. Dort sollen inhaftierte Rocker als zusätzliche Strafe demnächst pinke Kleidung tragen.

Pink, so ist aus der Farbpsychologie bekannt, gilt als die provozierende Schwester von Rosa. Nicht sanft und zart kommt diese Farbe daher, sondern dominant, schrill und laut. Eine Farbe, die rockt – aber deshalb auch eine Farbe für Rocker?

Campbell Newman hat der Kleiderordnung neuen Schub verliehen. Der Premierminister im australischen Bundesstaat Queensland möchte Häftlinge, die kriminellen Motorradbanden angehören, ihrer Kutten berauben – und sie zusätzlich mit pinkfarbener Kleidung bestrafen. Dabei verweist er auf positive Erfahrungen in US-Gefängnissen, wo die schweren Jungs aus der Rockerszene mancherorts bereits Rosa tragen müssen. „Das sind Rabauken. Sie tragen gerne furchteinflößende Klamotten, Lederjacken, haben Tätowierungen und ihre Erkennungsfarben“, sagt Newman.

Wohlwissend, dass Rocker eher auf gedeckte Töne stehen. „Wir wissen, wie peinlich es ihnen sein wird, Pink zu tragen“, sagt der Premier. Und dies nicht nur, weil die Farbe in der Beliebtheitsskala ziemlich weit hinten liegt. Aus der Masse der traditionell olivgrünen Häftlingskleidung auf dem Gefängnishof dürften die rosagewandeten Rocker künftig herausstechen, so viel steht fest.

Die Farbkampagne ist ein Teil der Gesetzesverschärfung, die Queensland in der vergangenen Woche im Kampf gegen Motorradbanden wie die „Bandidos“, „Hells Angels“ oder „Finks“ erlassen hatte. Die Rocker werden von den Sicherheitsbehörden inzwischen als „kriminelle Organisationen“ eingestuft, nachdem sie mit ihrer Verwicklung in Drogen- und Waffenhandel zur landesweiten Bedrohung geworden sind. Bandenmitgliedern drohen nun 15 Jahre Gefängnis zusätzlich zu jeder verhängten Haftstrafe. Zudem dürfen die Behörden künftig ihre Motorräder zerstören.

Infolgedessen ist Justizminister Jarrod Bleijie bereits bedroht worden; Einzelheiten wurden nicht bekannt. Die Regierung werde nicht vor den Banden zurückweichen, betont der Premierminister, „das sind Schwerverbrecher.“ Erfolgsversprechender war da der kooperative Ansatz der Polizei im benachbarten Bundesstaat Victoria. Die Beamten versuchten jüngst, Rocker als Ordnungshüter anzuwerben.

Wie passend – steht Pink doch nicht nur für Provokation, sondern auch für Präsenz und Ordnung. Und dass die harten Jungs irgendetwas von ihrer durchschlagenden Autorität abgeben, ist auch in pinken Anzügen nicht zu erwarten.

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