Anklage gegen Hells Angels

Rocker wollten 100.000 Euro erpressen

+
Mittlerweile verboten: Göttinger Ableger der Hells Angels.

Göttingen - Mehrere Mitglieder des verbotenen südniedersächsischen Rockerclubs „Hells Angels MC Charter Göttingen“ müssen sich demnächst vor Gericht verantworten. Ihnen wird Erpressung vorgeworfen.

Die Staatsanwaltschaft Kassel hat jetzt den 48-jährigen Chef des Rockerclubs, dessen 51-jährigen Bruder sowie zwei weitere 26 und 27 Jahre alte Männer aus dem Raum Adelebsen (Kreis Göttingen) wegen versuchter Erpressung und Diebstahls angeklagt. Die Männer sollen unter Drohungen versucht haben, von einem 60-jährigen Mann aus dem Raum Hofgeismar 100.000 Euro zu erpressen.

Laut Anklage hatten die Rocker der Hells Angels dem 60-Jährigen vorgeworfen, den Verein in Misskredit gebracht zu haben, weil dieser nach einem Einbruch den Verdacht geäußert habe, dass die Tat etwas mit den Hells Angels zu tun haben könnte. Hierfür gebe es allerdings keine Anhaltspunkte, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Chef des Rockerclubs habe zunächst 30.000 Euro Schadensersatz verlangt, später sei die Forderung auf 100.000 Euro erhöht worden. Im September hätten alle vier Angeklagten den 60-Jährigen in seiner Wohnung aufgesucht, ihn dort bedroht und ihm einen Laptop entwendet. Außerdem sei der 60-Jährige per SMS bedroht worden.

Die versuchte Erpressung war auch der Anlass für das Verbot der Rockervereinigung gewesen. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hatte den Göttinger Ableger der Hells Angels Ende Oktober verboten. Inzwischen haben die von den Durchsuchungen betroffenen Clubmitglieder 15 Klagen beim Verwaltungsgericht Göttingen eingereicht. Sie wollen die Polizeidirektion Göttingen gerichtlich dazu verpflichten, ihnen die beschlagnahmten Motorräder und Kutten wieder herauszugeben.

pid

4814503

Kommentare