Kosten steigen um 
3,5 Millionen Euro

Sanierung des Pavillons wird teurer

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Teure Baustelle: Die Kosten für den Neubau des Pavillons steigen um 3,5 Millonen Euro.

Hannover - Die Sanierung des Raschplatz-Pavillons sprengt den Kostenrahmen. Wie die Stadt am Freitag mitteilte, verteuert sich der Umbau des Gebäudes um 3,5 Millionen Euro.

Davon kann die Stadt eine Million Euro aus der bereits kalkulierten Baukostenreserve decken, sodass es unterm Strich 2,5 Millionen Euro sind, die die Stadt zusätzlich auftreiben muss. Kredite will die Stadt nicht aufnehmen, sondern die neuen Kosten aus dem laufenden Haushalt finanzieren. Die Sanierung des maroden Gebäudes aus den siebziger Jahren verschlingt jetzt insgesamt fast 15 Millionen Euro.

„Dass das Projekt nun diesen Rahmen überschreitet, ist für alle Beteiligten eine böse Überraschung“, sagte die amtierende Rathauschefin Sabine Tegtmeyer-Dette am Freitag. Bei den Planungen vor Baubeginn habe man den Anstieg aber nicht vorhersehen können, betont sie. Erst vor einigen Tagen meldeten die Gebäudemanager der Stadtspitze, dass der Kostenplan nicht mehr zu halten sei.

Die fehlenden 2,5 Millionen Euro will die Stadt unter anderem dadurch aufbringen, dass sie andere Bauvorhaben in die Länge zieht. So wird mit dem Austausch der Fenster im Rathaus zwar wie geplant 2014 begonnen, aber die Arbeiten werden jetzt länger dauern.

Die Gründe für den deutlichen Anstieg sind vielfältig. Die Bausubstanz des Pavillons sei „extrem schlecht“, heißt es vonseiten der Stadt. So sei vorab nicht erkennbar gewesen, welcher Aufwand nötig ist, um das Dach abzureißen. Auch stellt sich der Baugrund nicht so solide dar, wie es die Fachleute der Stadt erwartet hatten.Das Kellermauerwerk muss ausgehoben und mit Sand ausgefüllt werden. Zudem fördern die Abrissarbeiten Asbeststoffe und künstliche Mineralfasern zutage, „die über das bekannte und vermutete Maß hinausgehen“. Die Stoffe müssen aufwendig entsorgt werden.

Die Mehrkosten dürften die Debatte um Sanierung oder Neubau des Pavillons wieder entzünden. Kritiker aus den Reihen der Ratsopposition merkten bereits vor eineinhalb Jahren an, dass sich das marode Gebäude als Fass ohne Boden entpuppen könnte. „Es ist offen, ob ein Neubau tatsächlich günstiger ausgefallen wäre“, sagt Stadtsprecher Andreas Möser.

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