79-Jährige in Wohnung gefunden

Sanitäter halten Frau irrtümlich für tot

Stadthagen - Eine 79-jährige Frau aus Stadthagen ist am Montagabend von Sanitätern irrtümlicherweise für tot gehalten worden. Nur durch Zufall bemerkte ein Polizist, dass sich die bewusstlos in ihrer Wohnung liegende Frau plötzlich bewegte. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Rettungswagenbesatzung bereits den Rückzug angetreten.

Nachbarn der Seniorin, die allein in ihrer Wohnung lebt, hatten die Frau schon mehrere Tage nicht mehr im Treppenhaus gesehen, ihr Briefkasten quoll über. Als sie auf mehrmaliges Klopfen über Tage hinweg nicht reagiert hatte, riefen zwei Nachbarn abends die Polizei. Die fuhr gleich mit einem Schlüsseldienst und Rettungswagen vor.

Als der Schlüsseldienst die Tür geöffnet hatte, fanden die Einsatzkräfte die Seniorin auf dem Boden im Badezimmer liegend. Nach Beobachtungen mehrerer Augenzeugen verließen die Sanitäter nach wenigen Minuten die Wohnung wieder und räumten ihre Sachen in den Rettungswagen ein. Sie hielten die Frau offenbar für tot.

Nach Angaben von Nachbarn soll der Rettungswagen dann weggefahren sein, während ein Polizist noch einmal in die Wohnung der vermeintlich Toten ging. Dort stellte er dann fest, dass sich die Frau plötzlich bewegte. Der Beamte rief den Rettungswagen sofort zurück und alarmierte einen Notarzt. Wenig später schoben die wieder eingetroffenen Sanitäter die Frau auf einer Trage zum Krankenwagen. Der hinzugerufene Notarzt behandelte die Frau im Rettungswagen.

Wiederum einige Minuten später landete der Rettungshubschrauber Christoph 4 auf dem nahen Festplatz. Die Rentnerin wurde ins Klinikum nach Minden geflogen. Die 79-Jährigen ist außer Lebensgefahr. Der Geschäftsführer des Rettungsdienstes wollte sich zu einem möglichen Fehler seiner Mitarbeiter nicht äußern. Grundsätzlich nehme er mit Blick auf Persönlichkeitsrechte und Schweigepflicht zu Einsätzen keine Stellung. Er habe inzwischen einen Bericht erbeten und warte konkrete Informationen ab.

Von Verena Insinger

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