Bericht des Landwirtschaftsministers

Schädlinge und Autoabgase machen dem Wald zu schaffen

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Die größten Gefahren für die Gesundheit des Waldes sind Schädlinge oder auch Ablagerungen in den Böden.

Hannover - Bei einem Drittel der Eichen und Buchen in Niedersachsen lichten sich die Kronen - das ist ein Zeichen von Schädlingsbefall und Schädigung durch Stickstoffe. Gegenmaßnahmen sind eingeleitet, um das Schreckgespenst eines Waldsterbens zu verbannen.

Die Sorge um Waldsterben und sauren Regen ist größtenteils verflogen, stattdessen machen Schädlinge und Schadstoffe aus Straßenverkehr und Landwirtschaft den Bäumen zu schaffen. Wie aus dem am Mittwoch vorgelegten Waldzustandsbericht hervorgeht, befinden Kiefer und Fichte sich in Niedersachsen zwar in robuster Verfassung, die Vitalität alter Buchen und Eichen aber ist deutlich eingeschränkt. Mehrere Jahre in Folge hätten Schädlinge die Bäume kahlgefressen und dadurch teils schwer geschädigt, sagte Forstminister Gert Lindemann (CDU). Ob der Klimawandel dafür verantwortlich sei, lasse sich nicht sagen.

Bei bis zu 34 Prozent der Buchen und Eichen lichteten sich die Kronen, dies sei vor allem die Folge wiederholten Kahlfraßes. Seit 2010 seien verschiedene Schädlinge auf dem Vormarsch und auch für 2013 könne keine Entwarnung gegeben werden, sagte Lindemann. „Ohne Gegenmaßnahmen droht ein schleichender Verlust der befallenen Wälder.“ Um dies zu verhindern, seien im April 648 Hektar Wald per Hubschrauber mit Pflanzenschutzmitteln behandelt worden. Dies sei der letzte Ausweg, an einen flächendeckenden Einsatz sei nicht gedacht, betonte Lindemann. Gehofft werde auf ein natürliches Aussterben der Schädlingspopulationen.

Die Bodenversauerung sei seit den 80er Jahren durch eine konsequente Umweltpolitik und Anstrengungen der Wirtschaft reduziert worden, weiterhin gerieten über die Baumkronen aber viele Schadstoffe auf den Waldboden. Stickstoff gelange über den Autoverkehr, auch aber über Gülle aus der Landwirtschaft in die Luft. Es komme deshalb auch dem Wald zugute, dass für die landwirtschaftliche Düngung seit kurzem strengere Regeln gelten. Auf jeden Fall auch in Zukunft fortgesetzt werden solle das Kalken der Wälder, dass zur Stabilisierung der Wälder beigetragen habe.

Um den Wald insgesamt resistenter gegen Schädlinge und Klimakapriolen zu machen, sei das Anlegen von Mischwäldern mit standortgerechten Bäumen der richtige Weg, sagte der Minister. Damit sei im Landeswald bereits vor 20 Jahren begonnen worden.

dpa

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