Walze für Papierfabrik

Schilder weichen einem Schwertransporter

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Neugierig bestaunt: Ein rund 260 Tonnen schwerer Schwertransporter rollt durchs Land.dpa

Alfeld - Auf der ersten von drei geplanten Etappen von der Weser bis nach Alfeld ist ein riesiger Schwertransport am Dienstag gut vorangekommen.

Das Gefährt hat nach Angaben der Polizei gewaltige Ausmaße von mehr als 40 Metern Länge, 8 Metern Höhe und 7 Metern Breite. Trotzdem sei der insgesamt rund 260 Tonnen schwere Transport von Experten einer Spezialfirma ohne nennenswerte Zwischenfälle von Grohnde aus über kleinere Straßen durch mehrere Orte im Kreis Hameln-Pyrmont manövriert worden, sagte ein Sprecher.

Wegen der Größe des Schwertransportes mussten nicht nur Straßen abschnittweise für den allgemeinen Verkehr komplett gesperrt werden. Innerorts, etwa in Frenke, wurden Dachrinnen abmontiert. Von zahlreichen Straßenbäumen wurden Äste abgesägt, damit der Tieflader nicht steckenblieb. Im weiteren Verlauf der Strecke müssen Strom- und Telefonleitungen demontiert sowie Schilder, Laternen und Ampelmasten vorübergehend entfernt werden.

Ein 20-achsiger Tieflader transportiert den rund 140 Tonnen schweren Stahlzylinder, der für eine Papierfabrik in Alfeld (Kreis Hildesheim) bestimmt ist. Die Walze ist in Schweden produziert und dann per Schiff über die Ostsee und weseraufwärts bis Grohnde gebracht worden. Der Papierhersteller Sappi baut die größte seiner fünf Papiermaschinen in Alfeld um und investiert dafür rund 61 Millionen Euro. Der Konzern mit Sitz in Johannesburg will damit seine größte Maschine von grafischen Papieren auf gestrichene Spezialpapiere umrüsten und so auf den veränderten Weltmarkt reagieren. „Sie werden vor allem für Etiketten und Verpackungen verwandt“, erklärt Geschäftsführer Stefan Karrer.

Der Tieflader war am Dienstagvormittag am Fährhaus in Grohnde gestartet und zunächst über eine eigens ausgelegte Straße aus Metallplatten zur nächsten Kreisstraße gerollt. Von dort sei es langsam Richtung Dielmissen gegangen, sagte der Sprecher. Dort ist auf einem Parkplatz ein eintägiger Halt geplant, bevor der Transporter in der Nacht zu Donnerstag weiterrollen soll.

In einem Tross von rund 40 Fahrzeugen wird der Schwertransport von Experten der Spezialfirma, weiteren Fachleuten und 25 Polizisten begleitet. Er soll in der Nacht zu Freitag in Alfeld eintreffen.

Matthias Brunnert und Abu Ajamieh

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