Tourismus

Schleswig-Holsteins Sommer ist unterkühlt

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Foto: Das wechselhafte Wetter sorgt bei den Urlaubern im Norden weiterhin für wenig Freude.

St. Peter-Ording - Graue Wolken statt blauer Himmel, Mütze und Regenjacke statt Bikini und Badehose: Schleswig-Holsteins Gäste nehmen den Sommer 2012 bislang nicht als richtigen Sommer wahr. Vor allem viele Camper entscheiden sich kurzfristig, woanders hinzufahren.

Regen und Sturm statt Sonne und 30 Grad - Schleswig-Holsteins Sommer fühlt sich bislang nicht an wie ein „richtiger“ Sommer. Und daran soll sich in den nächsten Tagen auch nicht ändern: Das Außenthermometer wird um 18 Grad pendeln, dazu kommt ein Mix aus Schauern und grauen Wolken, sagen die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst DWD.

Selbst der hundertjährige Kalender lässt keinen Optimismus aufkommen: Bis zum 20. Juli wird nur der 13. Juli als einziger schöner Tag das Regenwetter unterbrechen, prophezeit er. Bislang trotzen Schleswig-Holsteins Urlauber dem norddeutschen Schietwetter. Doch „die Stimmung der Gäste beginnt allmählich zu sinken“, sagt Silvia Peters vom Strandhotel in St. Peter-Ording: „Einige reisen bereits ein, zwei Tage früher ab, und manche Besitzer von Ferienwohnungen kommen gar nicht erst her.“

„Die Saison lief sowieso sehr schleppend an: Erst die Fußball-EM, und jetzt das Wetter“, sagt Silvia Peters. Zurzeit sind in neun Bundesländern Sommerferien. Dort haben viele Familien bereits früh ihren Urlaub gebucht, so dass die Betten in den Touristenzentren gut gefüllt sind. Doch an der gesamten Nord- und Ostseeküste fehlen die Tagesgäste.

So sind auf den Terrassen der Restaurants und Eiscafés viele Tische unbesetzt. Besonders die Eisverkäufer und Strandkorbvermieter leiden unter dem wetterbedingten Kundenmangel. So stehen in Grömitz im Kreis Ostholstein am Nachmittag immer noch fast alle Strandkörbe so akkurat ausgerichtet wie am Morgen: „Die Gäste haben keine Lust auf „Singin' in the Rain“ im Friesennerz“, sagt Günter Jacobsen.

Auch die Rettungsschwimmer der DLRG haben an den Stränden kaum etwas zu tun. Meist beobachten sie nur Möwen, wenn diese sich laut kreischend um irgendwelche Futterbrocken zanken.

Auf den Campingplätzen herrscht Enttäuschung über den Sommer 2012. „Es fehlen einfach die Gäste“, sagt Hans-Erich Schuldt vom Camping-Park Süssau im Kreis Ostholstein. Es gebe weniger Anreisen, und die Urlauber würden schneller wieder abreisen. Durch Fernsehen, Radio und Internet seien die Camper über das Wetter in ganz Europa gut informiert. „Bei diesem Wetter entscheiden sich viele, lieber woanders hinzufahren.“

Wer dennoch kommt oder bleibt, hat meist konkrete Ziele. Top-Events wie die Kitesurf-WM in St. Peter-Ording (noch bis zum 15.07.), die „Travemünder Woche“ (20.07. - 29.07) oder das „Schleswig-Holstein Musik Festival“ (SHMF) im Juli und August locken auch dann Gäste in den Norden, wenn kein Strandwetter herrscht.

dpa

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