Dutzende Kilometer Stau

Schnee legt Verkehr auf Autobahnen lahm

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Auf den Autobahnen in Deutschland geht teilweise nichts mehr.

Hannover - Schneeglätte hat am Freitagabend auf den Autobahnen 2 und 7 für Dutzende Kilometer Stau gesorgt. Besonders hart traf es Autofahrer rund um die Kasseler Berge und auf der A2 zwischen Veltheim und Rehren.

Auf der A2 in Richtung Hannover hat der Schnee den Verkehr auf weiten Strecken zum Erliegen gebracht. Zwischen Veltheim und Rehren ging auch am späten Abend auf 20 Kilometern nichts mehr, im weiteren Verlauf stockte der Verkehr zwischen Rehren und Wunstorf-Kolenfeld. Geduldig mussten auch Autofahrer auf der A7 sein: In Richtung Kassel meldete die Verkehrsmanagementzentrale bis zu 30 Kilometer Stau zwischen Göttingen-Nord und Hann.Münden/Lutterberg. In Richtung Hannover standen die Fahrzeuge zwischen Kassel-Nord und Hann.Münden/Hedemünden auf 18 Kilometern still.

Die Bundesstraße 496 musste zwischen Hann. Münden/Lutterberg und der Kreuzung Hann. Münden sogar gesperrt werden, weil die Fahrbedingungen zu gefährlich geworden waren. Auf auf anderen Umleitungsstrecken ging teilweise nichts mehr voran.

Der erneute Wintereinbruch hat am Vormittag vor allem im Raum Osnabrück den Verkehr erheblich beeinträchtigt. Die Polizei zählte allein am Freitagvormittag 37 Unfälle, fünf davon auf den Autobahnen, wie ein Sprecher mitteilte. Der Busverkehr wurde im fast gesamten Landkreis eingestellt. Auch Bielefeld wurde von dem heftigen Schneefall stark getroffen: Der Verkehr in der Innenstadt wurde nahezu lahmgelegt. Der Verkehrsbetrieb "Mobiel" setzte die Fahrpläne aller Buslinien außer Betrieb, wie das Unternehmen auf seiner Internetseite mitteilte. "Unsere Fahrer sind bemüht, alle Fahrten, die möglich sind, trotzdem zu fahren", hieß es. Nach den Worten des Polizeisprechers gab es zwar viele Unfälle, es blieb jedoch zunächst bei Blechschäden. Auf den Autobahnen rund um Bielefeld herrsche "Stillstand".

Auch in anderen Teilen Deutschlands führte der Schnee zu teils chaotischen Bedingungen. Auf der Bundesstraße 17 bei Augsburg rasten 15 Fahrzeuge ineinander, als sich im Schneetreiben plötzlich Blitz-Eis bildete. Ein Lastwagenfahrer wurde bei der Massenkarambolage schwer verletzt. Den Schaden schätzt die Augsburger Berufsfeuerwehr auf bis zu 300.000 Euro. Bei einem Unfall in Münster wurde ein 54-jähriger Mann lebensgefährlich verletzt. Ebenfalls in Nordrhein-Westfalen, in Rietberg bei Gütersloh, rutschte ein Schulbus mit etwa 50 Kindern in einen Graben. Niemand wurde verletzt.

Zwei Tote bei Lawinenunglück

Bei Lawinenunglücken im Schwarzwald sind zwei Wintersportler ums Leben gekommen. Ein 20 Jahre alter Mann wurde am Freitagnachmittag am Feldberg im Südschwarzwald von einer Lawine verschüttet. Rund eine Stunde später wurde am wenige Kilometer entfernten Berg Herzogenhorn eine 58 Jahre alte Frau von einer Lawine erfasst. Beide lagen jeweils knapp zwei Stunden in den Schneemassen, bis sie von Helfern der Bergwacht befreit werden konnten. Sie starben am Abend an den Folgen ihrer Verletzungen.

Auch der Sport kommt nicht ungeschoren davon: Wegen des plötzlichen Wintereinbruchs wurde das für Samstag geplante Spiel zwischen dem VfL Osnabrück und Tabellenführer Arminia Bielefeld in der 3. Fußball-Liga abgesagt.

So wird das Wetter

Auch in den kommenden Tagen soll es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) weiter schneien. Dabei werden bis zu 15 Zentimeter Neuschnee erwartet. "Vor allem im Stau der Mittelgebirge kann es auch länger schneien, so dass sich dort ein tiefwinterliches Feeling einstellen wird", sagte ein Wetterforscher des DWD. Die Polizei wies daher darauf hin, dass Autofahrer nur mit Winter- oder Ganzjahresreifen fahren dürfen.

ska/dpa/frs

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