Senioren im Visier

Schockanrufer-Banden sind aktiv wie lange nicht mehr

Stadthagen - Trotz gelegentlicher Fahndungserfolge der Polizei sind die kriminellen Schockanrufer-Banden in Niedersachsen so aktiv wie schon lange nicht mehr. Die Täter rufen meist ältere Menschen mit Wurzeln in der ehemaligen Sowjetunion an und lügen ihnen auf Russisch vor, dass ein Verwandter dringend Geld benötige.

„Wir beobachten die zahlreichen Betrügereien mit Sorge“, sagte der Sprecher des Landeskriminalamtes, Frank Federau, am Dienstag. Seit Anfang dieses Monats haben die Banden wiederholt vier- oder fünfstellige Euro-Beträge erbeutet, unter anderem in Bad Gandersheim, Hameln, Gehrden bei Hannover, im Landkreis Osnabrück, in Nienburg und Salzgitter-Lebenstedt. Weitere Versuche gab es unter anderem im Kreis Göttingen, in Salzgitter-Bad, in Seelze und Helmstedt. Zuletzt waren die Täter am Dienstag in Stadthagen (Kreis Schaumburg) aktiv, allerdings ohne Erfolg.

Opfer sind wie schon in der Vergangenheit vor allem Menschen mit Wurzeln in der ehemaligen Sowjetunion. Mitglieder der vermutlich von Litauen aus agierenden Banden rufen ihre vorwiegend älteren Opfer an und gaukeln ihnen am Telefon in russischer Sprache vor, ein Enkel oder Sohn habe einen Unfall verursacht und benötige dringend Geld, um nicht in Schwierigkeiten zu geraten. Dann kommen Komplizen vorbei und lassen sich die zumeist vier- oder fünfstelligen Beträge übergeben.

Wenn überhaupt wurden - wie zuletzt in Heiligenstadt (Eichsfeldkreis) - nur Geldabholer als letzte Glieder der Kette gefasst. Im März waren in Göttingen zwei Litauer zu jeweils mehr als drei Jahren Haft verurteilt worden.

dpa

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