Sahra Wagenknecht als Frida Kahlo

Die schöne Linke

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Präsentiert sich als Frida Kahlo in der Gala: Sahra Wagenknecht.

Berlin - Die Vize-Präsidentin der Partei "Die Linke", Sahra Wagenknecht, inszeniert sich in der Zeitschrift „Gala“ als Frida Kahlo und spricht über Selbstfindung – man fragt sich nur: Warum?

Berühmte Frauen mit linker Vergangenheit haben es ihr angetan. Wobei Sahra Wagenknecht immer beteuert, dass sie Rosa Luxemburg zwar verehrt, aber nicht kopiert. Dennoch ist es nicht verwegen, zu behaupten, dass die Vize-Chefin der Linken und Lebensgefährtin von Oskar Lafontaine die Ähnlichkeit mit der Gründerin der Kommunistischen Partei in Deutschland durch ihre hochgesteckten Haare kultiviert und fördert.

Nun gibt es offenbar eine zweite Frau im Leben der 44-Jährigen. Auch hierbei ist eine gewisse Ähnlichkeit unverkennbar. Die jüngste Ausgabe der Zeitschrift „Gala“ schmückt Sahra Wagenknecht, Tochter einer Deutschen und eines Iraners, in den Posen und in der Kleidung der mexikanischen Malerin Frida Kahlo, die zeitweilig der kommunistischen Partei angehörte, eine Affäre mit dem russischen Revolutionär Leo Trotzki hatte und Jahrzehnte nach ihrem Tod zur Ikone der westdeutschen Frauenbewegung wurde. Kahlo litt unter den Folgen eines Verkehrsunfalls. Die Selbstbildnisse sind häufig Ausdruck von Schmerzen und Verzweiflung.

Der Mitteilung der „Gala“ ist zu entnehmen, dass das „Fotoshooting“ für die nordrhein-westfälische Spitzenkandidatin der Linken so etwas wie ein Selbstfindungstermin gewesen sein muss. Sahra Wagenknecht, Analytikerin und scheinbar unnahbare Politikerin, habe „verschiedene Seiten“ an sich entdeckt und (man staune!) eine Kurzhaarfrisur getestet. Außerdem hat Wagenknecht der Zeitschrift gestanden, dass sie privat „sehr emotional“ sei; ein Mensch, „der auch weinen kann“. Eine Nachricht, die weniger überraschend ist, als wenn sie gesagt hätte, dass Lafontaine eine Heulsuse sei.

Und was bleibt? Man versteht nun, warum Wagenknecht beliebter ist als ihre Partei. Man begreift, warum die Linke bundesweit Plakate mit dem Porträt der Vize-Chefin aufgestellt hat. Wagenknecht weiß, worauf es ankommt. Bilder, nicht Programme sind wichtig. Kürzlich entstieg sie im roten Kostüm, umrahmt von Sicherheitsleuten, einer Limousine. Auf der Bühne warnte sie die Amerikaner vor einem Militäreinsatz in Syrien. Sie vergesse manchmal die normalen Dinge des Lebens wie Einkaufen, hat sie der „Gala“ anvertraut. Irgendwie hat man es geahnt. Weltpolitik fordert Opfer.

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