Phil Collins bekennt

Schon morgens eine Flasche Wein

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London - Ungewöhnlich offen hat der Musiker Phil Collins zugegeben, dass er nach der Trennung von seiner dritten Frau und den Kindern in tiefe Depressionen gestürzt ist und schon am Vormittag Alkohol getrunken habe.

Vor der Vorstellung einer BBC-Dokumentation über die legendäre Rockband Genesis hat Ex-Frontmann Phil Collins gestanden, schwere persönliche Problemen gehabt zu haben. Der Zeitung "Mirror" sagte der 63-Jährige, nach dem Scheitern seiner dritten Ehe 2008 sei er in tiefe Depressionen versunken. "Ich stand auf, schaute mir im Fernsehen Cricket an und hatte um elf Uhr morgens eine Flasche Wein."

Die BBC präsentiert am Donnerstag eine Dokumentation über Genesis, zu der erstmals seit der Trennung von Peter Gabriel Mitte der 1970er Jahre wieder alle fünf Bandmitglieder zusammengekommen waren. Am Samstag wird der Film im BBC Fernsehen gezeigt. Außerdem erscheint am 3. Oktober ein Album mit 37 der besten Songs von Genesis und aus den Solowerken der einzelnen Musiker.

Das Wiedersehen mit seinen alten Bandmitgliedern Peter Gabriel, Mike Rutherford, Steve Hackett und Tony Banks hat Phil Collins neuen Auftrieb gegeben. Obwohl er nach einer Operation an der Halswirbelsäule nicht mehr Schlagzeug spielen kann, hält er es für möglich, dass alle fünf einstigen Genesis-Kollegen wieder zusammen auftreten könnten. "Nichts kann uns aufhalten, zusammen Songs zu schreiben. Ich schließe nie etwas aus."

Seine Freunde Rutherford und Banks hätten ihm auch geholfen, aus dem dunklen Loch herauszukommen, in das er nach der Trennung von seine dritten Frau Orianne Cevey gefallen sei.

"Ich war dreimal verheiratet und habe fünf Kinder - und ich lebe weder mit meinen Frauen noch mit meinen Kindern zusammen. Das macht mich manchmal ziemlich traurig", sagte Collins dem "Mirror". Als er sich 2004 nach der Geburt seines Sohnes Matthew aus dem Musikgeschäft zurückzog, habe er geglaubt, alles richtig zu machen: "Ich brauchte keine weitere goldene Schallplatte oder Auszeichnung. Ich wollte aufhören und mit meinen Kindern zusammen sein." Doch dann seien Dinge passiert, die er nicht habe kontrollieren können. Es kam zur Scheidung. "Sie zogen nach Miami und ich war plötzlich im Ruhestand und ohne Kinder." So habe er schon am Morgen zu trinken begonnen.

Sein Doktor habe zu ihm gesagt: "Ich kann dir helfen, mit dem Trinken aufzuhören, aber ich kann dir keinen Grund geben, am Morgen aufzustehen." Seit 18 Monaten sei Alkohol nun tabu, sagte Collins, doch einen Grund, am Morgen aufzustehen, habe er noch nicht gefunden.

dpa

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