Junger Erfolgsdesigner

Schüler startet mit Modelabel durch

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Foto: Mehr als ein T-Shirt: Schüler und Jungdesigner Eric Wodegnal.

Salzgitter - Er ist erst 16 und gehört schon zu den Erfolgsdesignern: Eric Wodegnal aus Salzgitter hat mit seinem Modelabel viele prominente Unterstützer und immer mehr Kunden.

Das Schneidern hat er von seiner Oma gelernt, von ihr hat er auch die alte Nähmaschine übernommen. Eric Wodegnal aus Salzgitter ist 16 Jahre alt und erfolgreicher Jungdesigner. Die erste Kollektion seines Modelabels MTAS (More Than A Shirt) war innerhalb einer Stunde ausverkauft. Er hat prominente Unterstützer, einen Onlineshop und schon fast 5000 Freunde bei Facebook.

Angefangen hat alles im Sommer vergangenen Jahres. Da war Wodegnal mit Freunden in Hannover shoppen, auf der Suche nach einem schwarzen T-Shirt mit weißer Brusttasche. Doch das gab es nirgends zu kaufen, und deshalb hat er sich die weiße Tasche einfach selbst auf ein schwarzes T-Shirt genäht.

„Plötzlich wollten alle das Shirt haben, ich habe zehn davon gemacht und verkauft, und so ging es immer weiter.“ Das war der Startschuss für das Label MTAS, denn die Abkürzung steht übersetzt für „Mehr als ein Shirt“ - und das war es ja schließlich auch.

Wodegnal, damals noch 15 Jahre alt, entwarf eine eigene Internetseite und noch mehr Produkte. Kurze Zeit später entdeckte der Sänger Roman Lob, der Deutschland 2012 beim Eurovision Song Contest vertreten hat, die Kollektion des jungen Designers. „Er war begeistert von meinen Sachen, und da habe ich ihm gleich ein ganzes Paket zusammengestellt“, sagt Wodegnal. Geschäftlich gesehen war das clever, denn Roman Lob verbreitete seine Freude über die neuen Kleidungsstücke auf seiner Facebook-Seite - und verhalf dem Label so zu vielen neuen Kunden.

Mittlerweile stehen täglich viele Pakete im Hausflur seiner Eltern, erzählt Wodegnal. „Gerade gestern habe ich 45 Päckchen mit Strickmützen verschickt.“ Sein Stil kommt an, das hätte er vorher nie gedacht. Die MTAS-Produkte sind limitiert, es gibt immer nur rund 50 Kleidungsstücke von einem Design. „Sonst würde ich das zeitlich gar nicht mehr schaffen“, sagt Wodegnal. Wenn er am frühen Nachmittag von der Schule nach Hause kommt, ist er meist bis zum späten Abend mit seinem Label beschäftigt. Die T-Shirts näht er zwar nicht selbst, er bestellt sie bei einem Textilgroßhandel, aber er bedruckt die Stoffe oder näht Accessoires auf. Das macht die schlichten Shirts zu besonderen Teilen. „Ich schreibe auf jedes Etikett, das wievielte Stück der Kollektion es ist“, sagt der junge Mann. „Das macht es zu etwas Besonderem.“

Der Berliner Rapper Mc Fitti trägt seine T-Shirts, die Rocker-Jungs der Band Killerpilze auch. Der Popsängerin Leslie Clio hat er ein ganz individuelles Batik-Shirt mit schwarzem Print gefertigt. „Das haben nur sie und ich. Romantisch, oder?“, fragt Wodegnal. Das Model Bonnie Strange verkauft seine Kollektion in ihrem Berliner Designerladen „Shit Shop“.

Ob er den Beruf sein ganzes Leben lang machen möchte, weiß Wodegnal noch nicht so genau. Aber Spaß macht ihm der Erfolg schon. Im nächsten Jahr, wenn er seinen erweiterten Realschulabschluss hat, beginnt er erst einmal eine Ausbildung an der Fahmoda, der Akademie für Mode und Design in Hannover. Und dann schaut er weiter.

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