Aus Langeweile

Schülerin droht mit Bombe und soll bezahlen

Hameln - Mit hohen Schadensersatzforderungen muss ein 14-jähriges Mädchen aus Hameln rechnen. Die Schülerin hatte am Sonntagnachmittag anonym mit einer angeblich am Hamelner Bahnhof deponierten Bombe gedroht.

Daraufhin wurden der Bahnhof sowie ein Parkhaus, ein Restaurant, ein Kino und ein Imbiss für rund eineinhalb Stunden evakuiert. Zudem wurde der Zugverkehr unterbrochen. Es wurde allerdings kein entsprechender Gegenstand gefunden. Zum Motiv machte die Polizei noch keine endgültigen Angaben. „Es zeichnen sich jedoch jugendliche Einfältigkeit und Langeweile als mögliche Gründe ab“, sagte Jens Petersen, Sprecher der Polizei Hameln-Pyrmont.

„Wir prüfen zurzeit, ob es rechtlich möglich ist, der Schülerin den Einsatz in Rechnung zu stellen“, sagte Petersen weiter. Er vermutet, dass die Kosten für die Polizei im hohen dreistelligen Bereich liegen. Teurer könnten für das Mädchen die Behinderungen im Zugverkehr werden. „Eine Schadenssumme können wir noch nicht nennen“, sagte eine Bahnsprecherin. Die Rechtsabteilung prüfe zurzeit eine Schadensersatzforderung. Ein Bahnsprecher aus Baden-Württemberg, wo es vergleichbare Fälle gegeben hat, wird konkreter: Für die Bahn sei „mit Sicherheit ein Schaden von mehreren Tausend Euro“ entstanden.

Auch die Leiterin des Kinos Maxx in Hameln hat einen hohen Schaden zu beklagen. „Ich rechne durch den Ausfall der 15-Uhr-Vorstellung mit etwa 5000 Euro“, sagt Zdenka Kaderova. „Ich werde versuchen, das Geld von der Verursacherin wiederzuholen.“

Das Mädchen war in einer Telefonzelle erwischt worden und gestand die anonyme Drohung. Ihm droht nun ein Strafverfahren wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten.

Kommentare