Rückwärtsgang eingelegt

Schuss auf bei Polizeikontrolle Flüchtenden

Rosengarten - Wildwest-Szene vor den Toren Hamburgs: Im Geländewagen flüchtet ein Paar vor der Polizei. Ein Beamter schießt auf das Auto. Doch erst eine Großfahndung kann das Duo stoppen. Wovor waren sie auf der Flucht?

Schüsse, eine wilde Flucht vor mehreren Streifenwagen und eine Großfahndung: Wie in einem Fernsehkrimi hat ein Paar in einem Geländewagen Reißaus bei einer Polizei-Kontrolle in Rosengarten südlich von Hamburg genommen. Ein Beamter schoss auf das Auto, konnte es aber nicht stoppen. 14 Polizeiwagen, ein Hubschrauber und zwei Hunde suchten nach den beiden Flüchtigen – und konnten sie schließlich am Freitagmorgen schnappen. Ein Beamter war da bereits mit Prellungen und Schürfwunden ins Krankenhaus gekommen.

„Wieso die beiden geflüchtet sind, wissen wir noch nicht“, sagte Polizeisprecher Jan Krüger. Das Paar hatte die Polizei im Kreis Harburg über Stunden in Atem gehalten. Eine Streife hatte das Duo in der Nacht in Buchholz kontrollieren wollen. Doch der Fahrer gab Gas. Mehrere Streifenwagen suchten daraufhin nach dem silbernen Geländewagen.

Zwei Polizisten stoppten diesen einige Zeit später in Rosengarten. Als einer der Beamten an der geöffneten Tür des Fluchtautos stand, setzte der Fahrer plötzlich zurück und riss den 33-Jährigen um. Danach fuhr der Wagen vorwärts auf den anderen Polizisten zu. Der 35-Jährige feuerte mit seiner Waffe auf das Auto, musste sich dann aber mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit bringen. Er kam leicht verletzt ins Krankenhaus. Das Paar raste davon.

Kurz drauf entdeckten die Fahnder den verlassenen Geländewagen auf einem Feldweg an der Autobahn 261 bei Tötensen. In der Nähe konnten sie die Beifahrerin stellen. Sie war zu Fuß auf dem Standstreifen Richtung Hamburg unterwegs. Die Polizei sperrte die Autobahn deshalb eine Zeit lang. Den Fahrer konnten Beamte später an einer Bushaltestelle in Rosengarten festnehmen.

Die Polizei ermittelt jetzt, was der Grund für die halsbrecherische Flucht war. „Es kommt schon gelegentlich vor, dass sich jemand einer Kontrolle entzieht. Aber dass er dabei so brutal vorgeht, ist schon eine Ausnahme“, sagte Krüger. Details zu den beiden Verdächtigen und zur Herkunft des Autos konnte er zunächst nicht nennen.

dpa

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