Attacke auf Nebenbuhler

Sechs Jahre Haft für tödliche Messerstiche

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Osnabrück - Ein Mann sticht in Papenburg auf den Geliebten seiner Ehefrau ein – der Nebenbuhler stirbt an den schweren Verletzungen. Jetzt bewertet bewertet das Gericht die als Totschlag. Der Angeklagte sei einer „emotionalen Achterbahnfahrt“ ausgesetzt gewesen.

Für die tödlichen Stiche auf seinen Nebenbuhler ist ein 34 Jahre alter Mann am Dienstag vom Landgericht Osnabrück zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Die Tat müsse als Totschlag und nicht als Mord bewertet werden, urteilten die Richter. Der Angeklagte hatte am 29. Dezember vergangenen Jahres in Papenburg den Geliebten seiner Frau mit einem Klappmesser attackiert. Der Mann starb an Messerstichen in Herz und Lunge. Von der Beziehung wusste er schon länger, hatte aber noch Hoffnungen, dass sie zu ihm zurückkehren würde. Als ihn seine Frau gemeinsam mit ihrem Freund in seinem Haus besuchten und er realisierte, dass sich diese Hoffnungen zerschlagen würden, sei er mit dem gezückten Messer auf seinen Rivalen zugestürmt. Ob er in diesem Moment schon in Tötungsabsicht gehandelt hat, habe das Gericht letztlich nicht beweisen können, sagte der Richter.

Das Argument der Verteidigung, der Angeklagte habe aus Notwehr gehandelt, wiesen die Richter zurück. Das Opfer hatte beim ersten Angriff den Angeklagten offenbar zunächst noch zurückstoßen können. Noch kurz vor der Tat habe er gehofft, dass seine Ehe noch zu retten sei. Als er einsehen musste, dass sich diese Erwartung zerschlug, sei die Situation eskaliert. „Für den Angeklagten war es eine emotionale Achterbahnfahrt“, sagte der Richter.

Der im sibirischen Oms geborene Angeklagte hatte mit 16 seine ersten Drogenerfahrungen, führte der Richter aus. Mit 18 habe er zum ersten Mal Heroin konsumiert. Er habe aber von 2001 bis 2004 und von 2009 bis 2013 seine Drogenabhängigkeit auch dank eines Methadonprogramms im Griff gehabt. Im vergangenen Jahr habe er aber wieder verstärkt Heroin konsumiert - möglicherweise auch deshalb, weil seine 2010 geschlossene Ehe kriselte. Er sei aber zur Tatzeit nicht vermindert schuldfähig gewesen, stellte das Gericht fest. Auch beruflich war er erfolgreich. Nach seiner Lehre habe er erfolgreich bis zur Tat als Tischlergeselle gearbeitet. Auch seine Ehefrau hatte Drogen genommen. In der Ehe habe es im vergangenen Jahr angefangen zu kriseln. Seit März 2013 habe sie eine heimliche Beziehung zu ihrem Geliebten gehabt. Beide Männer kannten sich noch aus der Schulzeit.

dpa

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