Nordsee

Seehund-Inventur startet

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Seehunde an der Nordseeküste.

Husum/Norddeich - An der Nordseeküste werden wieder Seehunde gezählt. In Niedersachsen gehen dafür Jäger mehrmals in die Luft. Die ersten Flugzeuge starten am Donnerstag, im August ist der letzte Zählflug geplant. Vor der Küste im Niedersächsischen Wattenmeer wurden vergangenen Sommer allein 9.343 Seehunde gezählt.

Für die Inventur fliegen Deutschlands Robben-Zähler jeden Sommer mehrfach die Nordseeküste ab. Die ersten Flugzeuge starten am Donnerstag, im August ist der letzte Zählflug geplant, sagte der Biologe Kai Abt. Im gesamten Wattenmeer zwischen dem niederländischen Den Helder bis zum dänischen Esbjerg leben rund 40.000 Seehunde. Vor der Küste im Niedersächsischen Wattenmeer wurden im vergangenen Sommer allein 9.343 Seehunde gezählt, etwa 1300 mehr als 2013.

Rund 9300 Seehunde wurden 2014 im Niedersächsischen Wattenmeer gezählt, darunter waren mehr als 2000 Jungtiere.

Quelle: LAVES

In Schleswig-Holstein organisiert der Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) die Zählung, in Niedersachsen das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves). Geflogen werde bei Niedrigwasser, teilte das Laves mit. Zu dieser Zeit lägen viele Seehunde auf den Sandbänken. In Niedersachsen übernähmen Jäger die Zählung ehrenamtlich. Bis Mitte August werden sie dafür 15-mal in die Luft gehen.

Hunderte tote Tiere durch Virusgrippe

Im vergangenen Herbst waren in Niedersachsen etwa 320 Seehunde an einer Grippeviruserkrankung gestorben. Eine Gefahr für den gesamten Bestand sehen die Fachleute des Laves nicht. Die Anzahl der toten Tiere sei weitaus geringer gewesen als bei dem Seehundsterben zwischen 1988 und 2002, das durch das Staupevirus ausgelöst worden war, hieß es zur Begründung. Damals war der Bestand von rund 6500 auf 3850 gesunken. In den Folgejahren erholte er sich langsam wieder und erreichte im vergangenen Jahr einen Rekordwert.

dpa/wer

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