Experten untersuchen Ursache

Seehundsterben an der Nordsee

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Seit Anfang Oktober sind rund 180 tote Seehunde vor Schleswigs Küste entdeckt worden.

Tönning - Fieberhaft versuchen Fachleute zu klären, warum so viele Seehunde an der Nordseeküste sterben. Vor der Küste Schleswigs-Holsteins sind seit Anfang Oktober rund 180 tote Tiere entdeckt worden. Die Existenz der Seehunde im Nationalpark Wattenmeer ist aber nicht gefährdet.

Die Ursache für das Seehundsterben an Schleswig-Holsteins Nordseeküste könnte in Kürze feststehen. Experten der Tierärztlichen Hochschule Hannover untersuchten noch in Büsum, ob Staupe- oder Influenzaviren eine Rolle spielen, sagte der Sprecher des Nationalparkamts, Hendrik Brunckhorst, am Donnerstag in Husum.Es bestehe Hoffnung, dass an diesem Freitag ein Ergebnis vorliege.

Influenzaviren waren für die dänische Ostseeinsel Anholt nachgewiesen worden, wo seit August rund 200 von insgesamt 1500 dort lebenden Seehunden tot entdeckt worden waren. Vor Schleswigs Küste sind seit Anfang Oktober rund 180 tote Tiere gefunden worden.

Einen Impfstoff für Seehunde gibt es nicht. "Selbst wenn es einen gäbe, würden wir ihn nicht den Tieren verabreichen, denn im Nationalpark Wattenmeer soll die Natur Natur sein", sagte Brunckhorst.

Ein völliges Verschwinden der Seehunde an der Nordseeküste sei keinesfalls zu befürchten, versicherte der Sprecher. Er verwies auf das Massensterben bei zwei großen Ausbrüchen der Seehundstaupe 1988 und 2002 , als 60 Prozent beziehungsweise 40 Prozent der Bestände verendeten. 1988 starben rund 18 000 Tiere, 2002 wurden rund 21 700 tote Tiere gezählt. Danach erholte sich die Population, weil überlebende Tiere Antikörper bilden.

Als Vorsichtsmaßnahme für Wattwanderer riet Brunckhorst, tote Tiere nicht zu berühren. Hunde sollten nur an der Leine geführt werden.

dpa

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