Wilhelmshaven

Seeleute dürfen wieder nach Hause

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Foto: Blick vom Hafen auf den an der Kette liegenden Containerfrachter „Maersk Vigo“. Nach fast sieben Wochen Stillstand dürfen 41 Seeleute wieder nach Hause.

Wilhelmshaven - Wochenlang lagen drei Containerschiffe mit ihren Crews vor Wangerooge fest, bevor sie nach Wilhelmshaven durften. Dort waren die Seeleute zum Nichtstun gezwungen. Nun können sie endlich nach Hause.

Das Drama um die in Wilhelmshaven festsitzenden 41 Seeleute geht zu Ende. Vor dem Arbeitsgericht wurde ein Teilvergleich geschlossen, sagte Susan Linderkamp von der Internationalen Transportarbeiter Gewerkschaft am Donnerstag. Danach wird der marrokanische Eigner der drei in Wilhelmshaven an der Kette liegenden Containerschiffe die ausstehende Heuer von knapp 257.000 Euro schnellstmöglich bezahlen. Dies habe sein Anwalt zugesagt. 33 Seeleute aus der Ukraine, Russland und den Philippinen sollen dann kommende Woche die Heimreise antreten, acht weitere bleiben noch an Bord.

Fast sieben Wochen lagen die drei Frachter vor Wangerooge auf Reede. Sie durften den Liegeplatz nicht verlassen, weil die Sicherheitszertifikate an Bord nicht mehr gültig waren und die zuständige Bundesbehörde eine Weiterfahrt deshalb untersagt hatte. Lebensmittel und Trinkwasser an Bord wurden knapp. Der Eigner hatte den Besatzungen weder Heuer noch Geld für Proviant oder Treibstoff überwiesen. Erst als das Havariekommando in Cuxhaven nach einem Hilferufe eines Kapitäns eingriff wurden die Seeleute wieder versorgt. Wenige Tage später konnten die Schiffe Wilhelmshaven anlaufen. Seitdem kümmerte sich die Internationalen Transportarbeiter Gewerkschaft um die Seeleute und klagte vor dem Arbeitsgericht.

Die Rückreisekosten für die Seeleute werden vom Flaggenstaat Gibraltar übernommen. Eine entsprechende Zusage der Behörde des Landes liege vor, sagte die Gewerkschaftssprecherin. Gibraltar werde sich das Geld anschließend vom Eigner wiederholen.

dpa

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