Dinofiguren für die Welt

Seismosaurus im Stall

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Ein Mann und seine Modell: Yakob Yalcinkaya mit seinen Styropordinosauriern.

Loccum - Ein Loccumer Unternehmen baut Dinofiguren für Museen und Parks weltweit, immer schön auf wissenschaftlicher Grundlage. Mit Plastikfiguren für den Dino-Park in Münchehagen fing alles an.

Medusa, Zyklop und Meerjungfrau hat Sven Neumüller vor wenigen Tagen nach Mazedonien gebracht. Und während der Geschäftsführer des Loccumer Unternehmens Wolter Design im Kreis Nienburg wieder an seinem Schreibtisch sitzt, sind zehn seiner Mitarbeiter dabei, irgendwo in Europa einen Seismosaurus aufzubauen. „46 Meter lang - das ist unser größtes Tier im Stall“, sagt Neumüller. Solche und andere Tiere und Gestalten sind die Spezialität der Firma. Dort werden sie entwickelt, geformt, gebaut, bemalt und auch vermarktet.

Angefangen hat alles vor rund 20 Jahren, als Bernd Wolter - Namensgeber des Unternehmens - auf die im benachbarten Münchehagen entdeckten Dinospuren aufmerksam wurde. Der Schauwerbegestalter wollte sich eigentlich zur Ruhe setzen, nachdem er in Schweden über Jahre Modelle für Freizeitparks gestaltet hatte. Wolter gründete den Dino-Park und holte aus Schweden die ersten Ausstellungsstücke: Dinosaurier-Modelle, die dem damaligen Stand der Forschung einigermaßen entsprachen. Diese Modelle genügten auf Dauer jedoch nicht, zumal die Forschung schnell voranschritt und immer neue Erkenntnisse zu immer wieder veränderten Modellen führten. „Auf dem Gelände des Dino-Parks sind dann weitere Modelle geschnitzt worden“, erzählt Neumüller, der seit 2001 bei Wolter Design arbeitet.

Was mit Bernd Wolter und einem Handy anfing, hat sich mittlerweile im Dinosaurierbau weltweit einen Namen gemacht. Da sind zum einen die Dinosaurier, die immer noch gebaut werden - auch für den Dino-Park. Für die Gestaltung des 46 Meter langen Seismosaurus - der seinen Namen bekommen hat, weil angeblich die Erde bebte, wenn er unterwegs war - bis hin zu niedlichen kleinen Dino-Babys, die just aus dem Ei schlüpfen, ist Yakob Yalcinkaya zuständig. Seine vorrangige Aufgabe ist das Schnitzen von Styropor. Gerade arbeitet er an einer Riesenschlange, die zu einer neuen Ausstellung gehören soll. Ihren Hals reckt die Schlange über Yalcinkayas Kopf hinweg. Dass solche Wesen in der Urzeit lebten und mit ihren gigantischen Ausmaßen in der Lage waren, glatt ein ausgewachsenes Krokodil zu verspeisen, ist leicht vorstellbar.

Bewegungsstudien, Fotos, wissenschaftliche Auswertungen und Rücksprachen mit Wissenschaftlern sind die Grundlage des Werkes Yalcinkayas. Manchmal werden seiner Kunstfertigkeit aber auch ganz pragmatische Grenzen gesetzt. In weit ausladenden Schlängelbewegungen hatte Yalcinkaya sein Urviech eigentlich geplant - bis Neumüller ihm einen Strich durch die Rechnung machte: maximal 2,50 Meter in der Breite durfte die Figur haben. Die Transportbreite der Lastwagen gibt schließlich nicht mehr her.

Neben Dinos aller Art fertigen die Loccumer Designer auch Mammuts, Säbelzahntiger, Steinzeitmenschen und neuerdings auch gigantische große Insekten. Maßstab ist immer die Wissenschaft.

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