Giftgas aus Syrien

Senfgasreste in der Heide eingetroffen

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Foto: „Keine Chemiewaffen mehr“: Container mit Resten syrischen Senfgases.

Bremen - Rund 400 Tonnen Senfgasreste aus Syrien werden in den kommenden Monaten in der Lüneburger Heide entsorgt. Am Freitag entluden Hafenarbeiter in Bremen rund 20 Container von dem US-Frachter „Cape Ray“.

Lastwagen sollten diese zu einer Entsorgungsfirma in Munster bringen. Gefahr geht von der Fracht nicht mehr aus. „Das sind keine Chemiewaffen mehr, das ist Chemieabfall“, sagte Bundeswehrsprecher Jürgen Engelhardt. Die Experten in Munster werden voraussichtlich fünf Monate für die Beseitigung brauchen.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach von einem Erfolg der Diplomatie: „In einer beispiellosen Aktion ist es der internationalen Gemeinschaft innerhalb eines Jahres gelungen, die Chemiewaffen des syrischen Regimes unschädlich zu machen“, teilte sein Ministerium mit. Syrien hatte auf internationalen Druck im vergangenen Jahr zugestimmt, seine Chemiewaffen abzugeben.

Ein Teil des syrischen Chemiewaffenarsenals zerstörten Spezialisten auf der „Cape Ray“ auf hoher See im Mittelmeer. Finnland und Deutschland erklärten sich bereit, die Reste zu beseitigen. Am Freitag traf das Schiff in Bremen ein. Im Laufe des Tages sollten die Container bei der Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten auf dem Truppenübungsplatz in Munster eintreffen. Diese untersteht dem Verteidigungsministerium und darf als einziges Unternehmen in Deutschland Chemiewaffen entsorgen.

Irena Güttel

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