Feuergefecht mit der Polizei

Sexualverbrecher erschießt sich selbst

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Foto: Ein mutmaßlicher Sexualstraftäter hat sich am Freitagabend selbst erschossen, nachdem ihn die Polizei aufgespürt hatte.

Freiburg/Bad-Krozingen - Die Polizei stellt einen gesuchten Sexualstraftäter – dieser greift zur Waffe. Die Schießerei in der Dunkelheit im Süden Baden-Württembergs endet dramatisch.

Nach einer mehr als zwei Wochen langen Flucht hat sich ein Sexualstraftäter vor den Augen der Polizei erschossen. Beamte eines Spezialeinsatzkommandos hatten den vorbestraften Mann, der sich kürzlich an einem Kind vergangen haben soll, am Freitagabend auf einem Feld in Bad Krozingen bei Freiburg in Baden-Württemberg aufgespürt. Der 34-Jährige feuerte laut Polizei mit einer Pistole auf die Beamten, es kam zum Schusswechsel. Der Straftäter wurde von einer Polizeikugel in den Oberarm getroffen. Schließlich ging er in die Knie und tötete sich mit einem gezielten Schuss in den Kopf.

Der Mann soll sich Mitte September an einem elfjährigen Mädchen vergangen haben und war seitdem auf der Flucht. Bereits vor drei Jahren war er wegen Kindesmissbrauchs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

„Der Gesuchte hatte eine scharfe und geladene Waffe bei sich sowie in einer Tasche 50 Schuss Munition“, sagte der Leitende Kriminaldirektor, Edmund Reichenbach, am Samstag in Freiburg. „Er galt als gefährlich und zu allem bereit.“ Auf seiner Flucht hatte er sich der Polizei zufolge eine Waffe sowie Munition dafür besorgt. Einen Waffenschein besaß er demnach nicht.

Beim Aufeinandertreffen mit der Polizei flüchtete er zunächst mit einem Fahrrad, dann zu Fuß. Schließlich griff er zur Waffe und zielte auf die Polizisten, wie Einsatzleiter Klaus Jetter sagte. Die Waffe habe Ladehemmung gehabt, gelöst habe sich ein Schuss. Daraufhin habe die Polizei das Feuer erwidert und zwei Schüsse abgegeben.

Für ein Fehlverhalten der am Einsatz beteiligten Beamten gebe es keinerlei Hinweise, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Maier. Der tödliche Schuss stamme eindeutig vom 34-Jährigen.

Nach dem Mann war europaweit gefahndet worden. Er soll die Schülerin im nahe gelegenen Müllheim in sein Auto gezerrt und in einem Wald schwer sexuell missbraucht haben. Das Mädchen sei etwa eine Stunde lang in seiner Gewalt gewesen.

Der alleinstehende Mann, der als selbstständiger Hausmeister arbeitete, war für die Ermittler kein Unbekannter: Vor drei Jahren war er wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zudem war er wegen zahlreicher anderer Delikte mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt gekommen.

Die weiteren Hintergründe der Flucht müssten noch ermittelt werden, sagte ein Polizeisprecher. Kurzzeitig sei der Mann bei Verwandten in Freudenstadt untergekommen, außerdem habe er im Wald gewohnt. In Bad Krozingen habe er ebenfalls Verwandte gehabt. Deshalb suchte die Polizei dort nach ihm.

dpa

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