Niedersachsen

Sieben Landkreise wollen alte Kennzeichen zurück

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Hannover - Neue, alte Autokennzeichen: Kommunen in Niedersachsen wollen die von der Bundesregierung in Aussicht gestellten Freiheiten nutzen und die nach der Gebietsreform in den 1970er Jahren verschwunden Alt-Kennzeichen wieder einführen.

Sieben Landkreise in Niedersachsen wollen ihre alten Autokennzeichen zurück. Nach Informationen des Landesverkehrsministeriums in Hannover sind dies Aurich, Göttingen, Goslar, Hildesheim, Northeim, Rotenburg (Wümme) und Schaumburg, sagte Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) am Montag der Nachrichtenagentur dpa. In mehreren deutschen Regionen waren zuletzt Rufe nach einer Rückkehr vertrauter alter Kennzeichen laut geworden.

In Niedersachsen gibt es 37 Landkreise. Hinzu kommen die acht kreisfreien Städte Braunschweig, Delmenhorst, Emden, Oldenburg, Osnabrück, Salzgitter, Wilhelmshaven und Wolfsburg sowie die Region Hannover einschließlich der Landeshauptstadt.

Ein Verordnungsentwurf der Bundesregierung, der der dpa vorliegt, will den Städten und Kreisen mehr Freiraum gewähren. Ziel ist es, dass alte Kfz-Kennzeichen wieder ausgegeben werden können, die im Zuge von Gebietsreformen in den 1970er Jahren verschwunden waren. Die Pläne sollen voraussichtlich im September im Bundesrat behandelt werden.

Auch Bode ist von der Wiederbelebung der Alt-Kennzeichen generell nicht abgeneigt. „Wichtig für die Akzeptanz der Autohalter ist aber, dass der Wechsel unbürokratisch und nicht kostensteigernd erfolgt“, betonte er. Auch die Verkehrsbehörden dürften die Umstellung der Kennzeichen nicht dazu nutzen, ihre Verwaltungsgebühren zu erhöhen. „Das darf nicht passieren und so haben wir es auch mit den Landkreisen kommuniziert.“ Die sieben nun interessierten Kreise hätten sich bereits auf diese Bedingungen verständigt.

Die größeren Freiräume für die Kommunen könnten neben den zwischenzeitlich verschwundenen Alt-Kennzeichen auch völlig neue Buchstabenkreationen hervorbringen. „Hierbei muss es aber schon eine natürliche Grenze geben“, betonte Bode. Zum einen, weil ansonsten bald die Abkürzungen ausgehen würden und zum anderen, weil bei Autoverkäufen viel häufiger neue Kennzeichen und damit zusätzliche Kosten für die Autokäufer entstünden. Landesweit habe hierzu aber noch keine Kommune Interesse angemeldet.

Nachteile durch eine fehlende Übersicht durch neue Kfz-Zeichen befürchtet Bode nicht. „Das ist heute nicht mehr entscheidend.“ Einzig das Autokennzeichenraten auf der Autobahn werde schwerer.

Der Deutsche Landkreistag sieht die Liberalisierung der Kennzeichenvergabe kritischer. „Anstatt eine Stärkung regionaler Identität zu bewirken, führt die auf Bestreben einiger weniger Bundesländer geplante Änderung des Kennzeichenrechts vielmehr absehbar zu einem ’Kennzeichenwirrwarr’“, warnte Landkreistags- Präsident Hans Jörg Duppré nach dpa-Informationen in einem Schreiben an die Ministerpräsidenten. Das Zusammenwachsen in Kreisen, die bei Gebietsreformen geschaffen wurden, dürfe nicht „durch eine erneute Kennzeichentrennung konterkariert werden.

dpa

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