Rückblick

Skandale mit verunreinigten Futtermitteln

Bremen - Schon mehrfach gab es in Deutschland Aufregung um verseuchte Futtermittel. So war in Proben von Hühner- und Schweinefutter das krebserregende Umweltgift Dioxin enthalten.

Bei einem der größten Skandale in den vergangenen Jahren sperrten die Behörden Ende 2010/Anfang 2011 wegen vermuteter Dioxinbelastungen vorübergehend Tausende Bauernhöfe - vor allem in Niedersachsen. Legehennen wurden getötet, der Verkauf von Eiern aus betroffenen Betrieben wurde gestoppt.

Damals hatte ein Unternehmen für technische Zwecke bestimmtes Industriefett mit Futterfett vermengt. Die Mischung wurde dann in Fertigfutter verarbeitet. Große Mengen von Eiern, Geflügel und Schweinefleisch wurden mit Dioxin belastet. Bereits im Frühjahr 2010 waren Ökohöfe gesperrt worden, die vermutlich ebenfalls mit Dioxin belastetes Bio-Futtermittel bekommen hatten.

Im Jahr 2002 wurde in Fleisch und Eiern aus Öko-Betrieben das verbotene Unkrautbekämpfungsmittel Nitrofen entdeckt. Aus einem früheren DDR-Lager für Pflanzenschutzmittel in Malchin (Mecklenburg-Vorpommern) war Getreide, das mit dem Stoff versetzt war, an Futtermittelbetriebe geliefert worden. Bundesweit wurden rund 400 Agrarbetriebe zeitweilig gesperrt. Zehntausende Hühner und Puten wurden getötet. Das Gift war aus lecken Fässern ausgetreten und in Hallenboden und Wände eingedrungen. Verseuchter Betonstaub mischte sich mit dem Getreide.

Wenig später wurde bekannt, dass mit dem Wachstumshormon MPA (Medroxy-Progesteron-Azetat) belastete Schlachtschweine und Futtermittel in die Bundesrepublik gelangt waren. Als Ursache des europaweiten Hormonskandals galt ein mit MPA verseuchter Glukosesirup aus Belgien, der in Futter und auch Getränken verarbeitet wurde.

dpa

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