Tourismus im Harz

Skivergnügen bis Ostern dank Kunstschnee?

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Kunstschnee soll das Skivergnügen am Wurmberg bis zu Ostern ermöglichen.

Braunlage - Kälte, Kunstschnee, Kasse: Am Wurmberg hofft die Seilbahngesellschaft auf einen guten Winter. Sie setzt auf eine verbesserte Beschneiungsanlage, eine neue Sesselbahn und zusätzliche Lifte. Doch trotz all der Technik muss auch das Wetter immer noch mitspielen.

Künstlicher Schnee soll dafür sorgen, dass die Skisaison auf dem 971 Meter hohen Wurmberg bei Braunlage im Oberharz in diesem Winter rund 120 Tage dauert. „Wir wollen am 13. Dezember die Pisten öffnen und möglichst erst im April schließen“, sagte der Chef der Seilbahngesellschaft, Dirk Nüsse. Voraussetzung dafür sei genügend Kunstschnee. „Wenn es einige Tage lang kälter ist als minus fünf Grad, können wir mehr als 200.000 Kubikmeter produzieren. Das reicht dann bei halbwegs normalem Winterwetter bis nach Ostern.“

Für die Seilbahngesellschaft wäre ein guter Winter wichtig, sagte Nüsse. Denn das Unternehmen hat das Skigebiet auf Niedersachsens höchstem Berg 2013 für rund zwölf Millionen Euro ausgebaut. Skifahrern stehen jetzt Pisten mit einer Gesamtlänge von 12,5 Kilometern zur Verfügung. Paradestück ist der neue Sonnenhang mit einer steilen, breiten und rund 1000 Meter langen Abfahrt.

Fast fünfeinhalb Kilometer Piste können beschneit werden. Um dafür ausreichend Wasser zu haben, wurde unterhalb des Gipfels ein See mit einem Fassungsvermögen von knapp 50.000 Kubikmetern angelegt. Im vergangenen Winter waren die Beschneiungsanlagen so spät fertig geworden, dass nicht mehr genügend Kunstschnee für die ganze Saison hergestellt werden konnte, sagte Nüsse. Auch weil der Winter insgesamt sehr warm und schneearm war, gab es statt der erhofften 100 nur 40 Skitage.

Das soll in diesem Winter besser werden. „Wir haben die Beschneiungsanlage perfektioniert und noch einmal eine halbe Million Euro investiert“, sagte Nüsse. Sobald es kalt genug ist, sollen die Pisten rund um die Uhr beschneit werden - „bis der See leer ist.“ 60 bis 70 Zentimeter Kunstschnee sollten „bei einem halbwegs normalen Winter dann bis April halten, hofft der Seilbahn-Chef.

„Für den Oberharz wäre das natürlich toll, wenn es am Wurmberg 120 Skitage geben sollte“, sagte die Geschäftsführerin des Harzer Tourismusverbandes HTV, Carola Schmidt. „Dadurch würde vor allem die Zahl des Tagesbesucher in der Region stark steigen“.

Allzu lange Anstehen sollen die Gäste - im Gegensatz zu früher - am Wurmberg nicht mehr. „Wir haben durch eine neue Sesselbahn und zusätzliche Lifte die Kapazität mehr als verdoppelt“, sagte Nüsse. „Wenn früher 2000 Menschen gleichzeitig auf dem Berg waren, war es rappelvoll und man musste mehr als eine Stunde an den Liften warten. Wenn jetzt 3500 da sind, steht man nicht lange an und kommt schnell wieder nach oben“, sagte Nüsse. Sein Ziel: „An jedem Tag sollen jeder Lift laufen, damit sich die Skifahrer gut verteilen“. Jetzt brauche man im Oberharz nur noch einigermaßen kaltes Wetter: „In Verbindung mit unserer Technik müsste das dann eine gute Saison werden.“

dpa

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