Prozess in Bremen

Sohn tötet Mutter: Sieben Jahre Haft

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Bremen - Er drückte seiner pflegebedürftigen Mutter so lange ein Kissen auf den Kopf bis sie starb. Für diese Tat haben die Richter am Landgericht Bremen am Donnerstag einen 50 Jahre alten Mann zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren wegen Totschlags verurteilt.

Der Mann hatte gestanden, seine 82 Jahre alte Mutter im Februar 2013 in ihrer Bremer Wohnung erst gewürgt und dann erstickt zu haben. Nach seinen Worten wollte er sie damit erlösen.

Der Vorsitzende Richter Helmut Kellermann warf dem Mann vor: "Sie rechtfertigen Ihre Tat. Sie lügen sich selbst etwas in die Tasche", sagte er. Die Mutter habe zu keinem Zeitpunkt geäußert, dass sie nicht mehr leben wolle. Die Tat als Erlösung zu bezeichnen, sei anmaßend. Dass er weder Reue noch Trauer zeige, sei Teil des Sich-Belügens.

Wie Kellermann in der Urteilsbegründung beschrieb, führten Frust über das eigene Leben, die enge Beziehung zur Mutter, die Überforderung mit der Pflege, Schlaflosigkeit und Alkoholkonsum zur Tat. Manches sei mit einer Persönlichkeitsstörung des 50-Jährigen erklärbar, allerdings habe er damit bislang auch "ganz gut gelebt". Die Richter warfen dem Mann vor, dass er nie über Alternativen für die Betreuung nachgedacht habe. "Alternativen hätte es ohne Zweifel gegeben", sagte Kellermann.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem 50-Jährigen zunächst Mord vorgeworfen, war davon aber im Laufe der Verhandlung abgerückt. Sie hatte acht Jahre Freiheitsstrafe wegen Totschlags gefordert. Die Verteidigung plädierte auf eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

dpa

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