Landwirtschaft

Soja wird auch bei uns heimisch

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Foto: Ein Zukunftsprodukt: Agrarminister Lindemann (l.) mit Biobauer Jan Wittenberg.

Mahlerten - Der Klimawandel macht es möglich: Bauern in Niedersachsen bauen jetzt auch Soja an. Landwirtschaftsminister Gerd Lindemann besuchte gestern einen Öko-Betrieb bei Hildesheim und lobte die Innovationsbereitschaft.

„Sie ist wie eine Diva unter den Pflanzen und braucht viel Pflege“, sagt Landwirt Jan Wittenberg – und hält eine Sojapflanze hoch. Seit geraumer Zeit baut der Agraringenieur die Hülsenfrucht an, die seit Jahrtausenden in Asien zu den Kulturpflanzen zählt. Doch der Klimawandel und damit verbundene mildere Temperaturen machen es mit neuen Züchtungen möglich, dass die sonst in Asien, Süd- und Nordamerika heimische Pflanze auch in der Region Hildesheim wächst, etwa auf dem Biolandbetrieb Wittenberg in Mahlerten.

Am Donnerstag besuchte Landwirtschaftsminister Gerd Lindemann den Bauern, der erst vor drei Jahren auf die Biolandwirtschaft umgestiegen ist. „Es ist wichtig, dass es Landwirte gibt, die so etwas mal erproben“, sagte Lindemann. Er hoffe, dass die Produktion von Soja auf niedersächsischem Boden auch wirtschaftlich ein Erfolg werde – und auf die konventionelle Landwirtschaft ausgedehnt werden könne.

Experten wie Armin Meyercordt von der Landwirtschaftskammer Hannover glauben schon, dass die Sojabohne auch in Niedersachsen eine größere Zukunft haben könnte. Dies habe ein dreijähriger Testbetrieb auf 18 Äckern im Raum Gifhorn gezeigt. Die Pflanze brauche schnell erwärmbare Böden und im Juli/August eine „sichere Beregnung“. Auch der Forscher Klaus-Peter Wilbois wirbt dafür, die Sojabohne in Deutschland anzubauen. Dies sei sinnvoller, als Importsoja in riesigen Mengen um die halbe Welt „schippern“ zu lassen. Allerdings sind die Anbauflächen in Deutschland noch sehr übersichtlich – insgesamt 5000 Hektar.

15 Hektar bebaut Biobauer Wittenberg in Mahlerten bei Hildesheim. Auf seinem Hof hat er die hochmoderne Mühle auf Soja umgestellt und produziert Sojapellets, die etwa für die Fütterung von Biohühnern verwendet werden. Noch importiert Wittenberg das Soja dafür aus Norditalien. Doch hofft er schon bald, auch das Soja vom eigenen Acker zu verwenden. Im Biolandbau rechne sich das.

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