Prorussischer Kämpfer aus Seedorf

Soldat ist verurteilter Vergewaltiger

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Seedorf - Im Fall des vermeintlichen Bundeswehr-Deserteurs aus Seedorf, der in der Ostukraine für Separatisten kämpfen soll, gibt es eine überraschende Wendung: Der Mann ist vor seiner Flucht aus der Armee geflogen - weil er wegen Vergewaltigung verurteilt wurde.

Der vermisste Fallschirmjäger aus Seedorf, gegen den wegen „eigenmächtiger Abwesenheit von der Truppe“ ermittelt wurde, ist gar kein Soldat mehr. Dem Mann war laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ in einem internen Bericht der Bundeswehr vorgeworfen worden, nicht zum Dienst in seiner Kaserne in Seedorf (Landkreis Rotenburg) erschienen zu sein und mittlerweile in der Ostukraine auf der Seite der prorussischen Separatisten zu kämpfen. Die Bundeswehr bestätigte daraufhin am vergangenen Donnerstag, dass gegen ihn disziplinarisch ermittelt werde.

Nun aber habe sich bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stade herausgestellt, dass der Mann am 18. September aus der Bundeswehr entlassen wurde und damit gar nicht zum Dienst erscheinen musste, sagte Behördensprecher Kai Thomas Breas. Demnach ist der Ex-Soldat vor einem Aachener Gericht wegen Vergewaltigung zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Nachdem das Urteil rechtskräftig geworden war, sei er automatisch aus der Bundeswehr entlassen worden, sagte Breas.

Als der Fall in der vergangenen Woche publik wurde, war der Bundeswehr offenbar noch nicht bekannt, dass der Mann der Truppe mittlerweile nicht mehr angehörte. Auch der Staatsanwaltschaft lag die Information nicht vor. Staatsanwalt Breas erklärt dies damit, dass es Aktenläufe gebe, bei denen es etwas dauert, bis sie bei den einzelnen Empfängern ankommen.

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