Vorfall im Kreis Gifhorn

Soldaten sollen 35-Jährige beleidigt und geschlagen haben

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Foto: Sechs Bundeswehrsoldaten sollen eine 35 Jahre alte Frau geschlagen und sexuell anzüglich beleidigt haben.

Gifhorn - Feldjäger der Bundeswehr und die Polizei im Kreis Gifhorn suchen mit einem Phantombild nach dem Rädelsführer einer Gruppe von sechs Bundeswehrsoldaten. Die Männer sollen eine 35 Jahre alte Frau geschlagen und sexuell anzüglich beleidigt haben.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, ereignete sich der Vorfall bereits am 4. Januar vor einem Imbiss in Sassenburg nördlich von Gifhorn. Der Schilderung zufolge sollen die Männer auch versucht haben, die Frau in einen Kleintransporter mit Bundeswehrkennzeichen zu zerren. Die 35-Jährige konnte sich allerdings zur Wehr setzen, zu ihrem wartenden Ehemann ins Auto flüchten und nach Hause fahren. Dort verständigten sie die Polizei. Die gemeinsame Fahndung mit Feldjägern sei bisher allerdings erfolglos geblieben, sagte am Montag der Sprecher der Gifhorner Polizei, Thomas Reuter.

Die sechs uniformierten Bundeswehrsoldaten standen laut Reuter auf dem Parkplatz des Döner-Imbisses, als die Frau an dem Freitagabend Anfang Januar gegen 21.15 Uhr aus dem Auto stieg. Auf dem Weg in das Schnellrestaurant wurde die 35-Jährige vor allem von einem Soldaten angepöbelt und „aufs Übelste beleidigt“. Die Beleidigungen seien „unter die Gürtellinie“ und „in den sexuellen Bereich“ gegangen. Als sie aus dem Imbiss zurück zu ihrem Auto gehen wollte, hätten die Soldaten die Frau dann umringt und versucht, sie in das wartende Bundeswehrfahrzeug zu zerren. In dem Transporter, vermutlich einem olivefarbenen Mercedes, saßen zwei weitere Männer. Dabei wurde die 35-Jährige geschubst und geschlagen, konnte sich aber befreien und flüchten.

Die Fahndung nach den Männern blieb bisher erfolglos. Polizei und Feldjäger stehen dabei vor dem Problem, dass die Angaben von Zeugen nur lückenhaft sind. Vier vermutlich türkischstämmige Männer, die in dem Imbiss saßen, hätten sich bisher nicht gemeldet. Vom Kennzeichen des Bundeswehrfahrzeugs sind nur ein „Y“ und die Ziffer 3 bekannt. „Der Bundeswehrfuhrpark ist riesig“, sagte Reuter. Es kämen Zehntausende Fahrzeuge in Betracht. Auch gibt es im Kreis Gifhorn keine Kaserne mehr. „Die Soldaten könnten also auf der Durchreise von Göttingen nach Flensburg gewesen sein“ – der Kreis potenziell Verdächtiger ist also sehr groß.

So könnte der mutmaßliche Rädelsführer aussehen: Eine Phantomskizze der Polizei.

Der Hauptverdächtige ist der Beschreibung zufolge etwa 20 bis 25 Jahre alt, hat breite Schultern und ist ungefähr 1,90 Meter groß. Er war glatt rasiert und trug auffällig breite, spitz zulaufende Koteletten. Er habe ein „dreckiges Lächeln“ gezeigt und „schien seine Macht voll auszukosten“, heißt es in einer gestern verteilten Mitteilung der Polizei. An der linken Oberlippe soll er eine Narbe oder Herpesblasen gehabt haben.Die Frau wurde bei dem Angriff dank dicker Winterbekleidung nur leicht verletzt, obwohl sie mit Fäusten geschlagen wurde, wie Reuter sagte.

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