Verkaufte Staatsprüfungen

84 Sonderprüfer sollen Jura-Examen begutachten

Hannover - Die Aufarbeitung des Skandals um verkaufte Lösungen für das Zweite juristische Staatsexamen gestaltet sich aufwendiger als erwartet. Das Justizministerium in Hannover wird darum die Zahl der Sonderprüfer deutlich aufstocken.

„Wir werden vier weitere Prüfteams einrichten“, sagte am Montag ein Ministeriumssprecher der HAZ. „Es ist einfach eine Menge Arbeit.“ Damit erhöht sich die Zahl der Sonderprüfer von derzeit 36 auf demnächst 84.

Die erfahrenen Juristen sollen die rund 2000 Staatsexamina neu bewerten, die seit Ende 2011 in Niedersachsen abgelegt wurden. Damals hatte der unter Korruptionsverdacht stehende Amtsrichter die Arbeit im Justizprüfungsamt in Celle aufgenommen.

Bisher sind drei Teams von jeweils zwölf Sonderprüfern eingerichtet, eins in Celle und zwei in Hannover. Die zusätzlichen vier sollen in Braunschweig, Göttingen, Oldenburg und Osnabrück sitzen.

Im August rechnet das Ministerium mit Ergebnissen, „ob es Verdachtsfälle gibt, die einer endgültigen Überprüfung unterzogen werden müssen“. Dann stehe fest, ob möglicherweise Examen aberkannt werden müssten, sagte der Sprecher.

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