Schlag gegen Rauschgifthändler

Spezialkräfte der Polizei heben Drogenring aus

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Bei dem Polizeieinsatz wurden drei Limousinen und 20 000 Euro sichergestellt, dazu ein halbes Kilogramm Kokain mit einem Schwarzmarktwert von 40 000 Euro.

Hildesheim - Monatelang haben Polizei und Staatsanwaltschaft gegen einen Hildesheimer ermittelt: Der Mann türkisch-libanesischer Abstammung soll mit Hintermännern einen schwunghaften Drogenhandel aufgezogen haben. Am Mittwoch nahmen Spezialkräfte der Polizei ihn und zwei weitere Verdächtige am helllichten Tag vor einem Supermarkt fest – möglicherweise auf frischer Tat.

Nur kurz darauf rückten die Ermittler mit einem Großaufgebot auch in einer Wohnung sowie am Pelizaeusplatz im Hildesheimer Stadtzentrum an. Ihr Ziel: das dortige Wasserpfeifenstudio. Die auch von Jugendlichen und Schülern stark frequentierte Bar soll bei den Kokaingeschäften eine wichtige Rolle gespielt haben.

In vier Autos, so berichteten es Augenzeugen, rollten Ermittler gegen 14.30 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt am Moritzberg vor. Plötzlich sprangen die Polizisten aus den Fahrzeugen, und sie richteten sofort ihre Waffen auf den Hauptverdächtigen, der mit zwei weiteren Männern an einem Fahrradständer stand. Einer aus der Runde soll sogar ein Kind bei sich gehabt haben. Zwei versuchten zu flüchten, wurden aber ebenfalls festgenommen. Bei den Männern soll es sich neben dem Deutsch-Libanesen um zwei Albaner handeln.

Nur 20 Minuten umzingelten sechs Polizeiautos das Wasserpfeifenstudio am Pelizaeusplatz, das von einem Mitglied der Familie des Hauptverdächtigen betreiben wird. „Wir wissen nicht, was die von uns wollen“, sagten aufgebrachte, aber weitgehend beherrschte Angehörige des Betreibers, während die Polizisten den Shisha-Laden und den angeschlossenen Kiosk durchsuchten. Was genau gefunden wurde, wollen die Ermittler erst am Donnerstag bekanntgeben.

Laut Staatsanwaltschaft wurden bei dem Gesamteinsatz drei hochwertige Limousinen und 20.000 Euro sichergestellt, dazu vermutlich ein halbes Kilogramm Kokain mit einem Schwarzmarktwert von 40 000 Euro.

Christian Wolters

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