Rote Karte vom Amtsgericht

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Idrissou

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Mohammed Idrissou soll seiner Freundin mit dem Tod gedroht haben.

Hannover - Mohamadou Idrissou sorgt für Schlagzeilen: Der ehemalige Stürmer von Hannover 96 soll seiner Ex-Freundin per SMS mit dem Tod gedroht haben.

Wegen drastischer Drohungen hat das Frankfurter Amtsgericht dem Bundesliga-Profi und früheren Hannover-96-Stürmer Mohamadou Idrissou untersagt, einer 28-jährigen Bekannten nachzustellen. Laut einem Beschluss vom 8. August darf sich der Fußballer des 1. FC Kaiserslautern weder der Wohnung der 28-Jährigen nähern, noch ihre Arbeitsstelle aufsuchen. Auch Anrufe oder Textnachrichten sind tabu. Bei Verstoß gegen die Auflagen droht dem 33-jährigen Zweitligaspieler ein Ordnungsgeld von bis zu 250 000 Euro.

Auslöser sind einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge Drohungen, die die 28-jährige Ex-Freundin per WhatsApp-Nachricht erhielt. „Wann ich dich sehn dann will ich den Tod Hure“, soll der 33-Jährige in eigenwilliger Orthografie geschrieben haben, in einer anderen Nachricht drohte der Kameruner: „Ich werd dich Tod schlagen.“ Wie die Frankfurter Polizei bestätigte, hat die Frau am 25. Juli Anzeige gegen Idrissou erstattet. Die Beamten ermitteln nun wegen Bedrohung und Beleidigung.

Hintergrund der Drohungen soll ein Streit um Geschenke sein, die der Fußballer von der Blondine zurückforderte, unter anderem geht es offenbar um ein Smartphone und eine Gucci-Tasche. Idrissous Spielerberater Thorsten Weck wollte Hausverbot und WhatsApp-Drohungen gestern nicht kommentieren. Der Anwalt des Fußballers kennt die Nachrichten nach eigenen Angaben nicht. Idrissou habe sie von seinem Handy gelöscht. „Ich muss aber davon ausgehen, dass es so etwas gibt“, erklärte Anwalt Michael Bockler. Er versuche den WhatsApp-Dialog zwischen seinem Mandanten und der 28-Jährigen nun mithilfe des Telefonanbieters zu rekonstruieren. Der Beschluss des Gerichts sei im Eilverfahren ohne Anhörung des Fußballers ergangen. Bockler, der am 19. August Strafanzeige wegen Unterschlagung gegen die 28-Jährige stellte, erklärte, dass bislang unklar sei, was sie an Idrissou geschrieben habe. „Dazu gehören immer zwei“, sagte der Jurist. Die 28-Jährige sei zudem keine Ex-Freundin, sondern nur eine Bekannte des Top-Torschützen des 1. FCK, betonte er.

Der aufbrausende 1,91-Meter-Mann hatte schon zu seiner Zeit bei Hannover 96 wegen seines Umgangs mit Frauen Schlagzeilen gemacht. Im Mai 2004 erstattete seine damalige Verlobte Anzeige: Idrissou, so der Vorwurf, habe sie im Streit krankenhausreif geschlagen. Später zog sie die Anzeige zurück und verweigerte die Aussage. Als die 27-Jährige nur drei Monte später erneut eine Prügelattacke bei der Polizei anzeigte, erhielt der Stürmer 14 Tage Hausverbot. Eine Rote Karte hab es für Idrissou am Wochenende auch auf dem Fußballplatz: Nach einer Tätlichkeit gegen einen Spieler vom VfR Aalen flog 33-Jährige in der 43. Minute vom Platz.

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