Makabere Einnahmequelle

Städte machen Zahngold von Verstorbenen zu Geld

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Einige Städte in Deutschland machen aus dem Zahngold von Verstorbenen Geld.

Hannover/Bremen - Goldzähne, künstliche Gelenke oder Prothesen - das kann nach dem Tod bares Geld wert sein. Einige deutsche Städte machen die wertvollen Metalle nach der Einäscherung zu Geld. Der Bestatterverband ist empört, viele Menschen halten das für pietätlos.

Wenn Menschen nach ihrem Tod verbrannt werden, kommt ihre Asche in die Urne. In der Asche befindet sich aber manchmal noch etwas, das der Hitze des Feuers standgehalten hat: das Zahngold der gestorbenen Menschen. Manchmal bleibt es in der Urne, in einigen Städten wird es herausgenommen und verkauft. Die Erlöse fließen in Stiftungen oder in den Gebührenhaushalt, wie eine dpa-Umfrage ergab.

So macht man es etwa in Osnabrück. Dort werde im Krematorium das Gold separiert, erkläutert Eva Güse, Leiterin der Abteilung Friedhöfe und Bestattungswesen. In den vergangenen fünf Jahren seien durchschnittlich 76.000 Euro jährlich in den Gebührenhaushalt geflossen. „So können wir die Kremierung günstiger anbieten“, sagte Güse.

Ähnlich wird in Bremen verfahren. „Im Krematorium werden Metallreste aus den Einäscherungen separiert und verwertet“, sagte Kerstin Doty vom Umweltbetrieb Bremen. Der Erlös aus dem Verkauf werde ausschließlich dem Budget des Krematoriums zugeführt. „Auf diese Weise kann der Preis pro Einäscherung niedriger gehalten werden, und so profitieren alle Nutzer davon“, sagte Doty.

Auch in Hannover wird das bei der Einäscherung übrigbleibende Zahngold geschätzt. Die Erlöse aus dem Verkauf des Zahngolds gehen nach Angaben von Wilhelm Lautenbach in die Stiftung für Trauerbegleitung und Bestattungskultur Hannover und Niedersachsen. Wie hoch die Summe ist, konnte Lautenbach, der Geschäftsführer der zuständigen Feuerbestattungsgesellschaft Hannover und Niedersachsen aber nicht sagen.

Anders ist es in Braunschweig und Oldenburg. „Bei uns verbleibt das Zahngold beim Verstorbenen“, sagt Andreas van Hooven von der Stadt Oldenburg. Auch in Braunschweig bleiben die Goldfüllungen in der Asche. „Entnommen werden lediglich größere Metallteile wie zum Beispiel künstliche Gelenke, die zu groß für die Urne sind“, teilte Stadtsprecher Rainer Keunecke mit.

dpa

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