Todesfall auf Segelschulschiff

Stand „Gorch Fock“-Kadettin unter Lebensgefahr?

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Foto: Das Marine-Segelschulschiff „Gorch Fock“.

Aachen - 2008 ging die Kadettin Jenny Böken auf der „Gorch Fock“über Bord und starb. Die Eltern haben auf Entschädigung geklagt. Ihnen geht es aber nicht ums Geld. Sie möchten endlich Klarheit darüber, unter welchen Umständen ihre Tochter damals starb.

Sechs Jahre nach dem Tod der „Gorch Fock“-Kadettin Jenny Böken verhandelt das Verwaltungsgericht Aachen über eine Entschädigungsklage der Eltern. Marlis und Uwe Böken haben die Bundesrepublik Deutschland auf 40.000 Euro Entschädigung nach dem Soldatenversorgungsgesetz verklagt. Nach diesem Gesetz steht den Eltern eines Soldaten eine Entschädigung zu, wenn dieser bei der Dienstausübung unter besonderer Lebensgefahr stirbt.

Die damals 18-jährige Kadettin Jenny Böken aus Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen war 2008 während ihrer Nachtwache von dem Segelschulschiff über Bord gegangen. Die Kieler Staatsanwaltschaft sprach von einem tragischen Unglück. Die Todesumstände sind bisher aber nicht geklärt.

Den Eltern geht es nach eigenen Angaben nicht ums Geld. Sie wollen gerichtlich klären lassen, ob ihre Tochter in der Nacht des 3. September Dienst unter besonderer Lebensgefahr getan hat. Nach ihren Recherchen herrschte bei der Nachtwache der jungen Frau schwere See bei 15 Grad Wassertemperatur. Ihre Tochter habe keine Schwimmweste getragen und habe ungesichert ganz vorne auf dem Postenausguck des Segelschulschiffes gestanden.

Das Gericht hatte sich Anfang August einen Eindruck von diesem Arbeitsplatz bei einem Ortstermin auf der „Gorch Fock“ verschafft. Die Eltern waren bei dem Termin mit auf dem Schiff. Die mündliche Verhandlung ist an diesem Mittwoch (22. Oktober) am Verwaltungsgericht Aachen. Ob die Richter direkt danach entscheiden, ist offen.

Die Eltern werfen der Staatsanwaltschaft Kiel ungenügende Ermittlungen vor: Es gebe viele Ungereimtheiten und Widersprüche, denen die Ermittler nicht nachgingen. Seit Jahren hatten sie bisher vergeblich ein juristisches Verfahren nach dem anderen angestrengt, um Klarheit darüber zu bekommen, unter welchen Umständen ihre Tochter starb.

dpa

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